Singen in Klassen 5 und 6

Gemeinsam singen und Musik erfahren

Streichen Sie den Satz „Ich bin unmusikalisch.“ 

Die Stimme ist das menschliche Ausdrucksmittel an sich. Leider verlernen Kinder mittlerweile den unbefangenen Umgang mit der Stimme. Viele Erwachsene reden sich ein, dass sie nicht singen können. Wie schade!

Wir erfahren jeden Tag wieder, dass jeder Mensch seine ganz individuelle Stimme und seine eigene Musikalität hat. Den „unmusikalischen Menschen“ gibt es nicht. Wir sind davon überzeugt, dass jedes Kind singen kann und sollte. Deshalb möchten wir unseren Schülerinnen und Schülern behutsam den Weg dorthin zeigen und ihre Stimme pflegen und wachsen lassen. Um dies adäquat begleiten zu können, setzen wir Teile eines sogenannten „Gesangsklassenkonzeptes“ um.

Was ist das „Gesangsklassenkonzept“?

Seit dem Schuljahr 2014/15 erproben wir in unserem Musikunterricht zweier 5. Klassen ein Gesangsklassenkonzept, das von den Musikpädagogen Gregor Müller und Roland Bolender seit mehreren Jahren in Mainz und Niederolm gelehrt wird. Im Unterricht wird die Kultur des Aufeinander-Hörens gelehrt und erfahrungsorientiert gelernt. Ziel dabei ist es, dass Ende der 6. Klasse die Kinder ein sicheres und sauberes Singen mehrstimmiger Werke aller Epochen und Stilrichtungen beherrschen, Rhythmen, Tonhöhen sowie kleine Melodiediktate notieren können und die Sprache unserer Musik verstehen lernen, damit einen persönlichen Bezug zur Musik entstehen kann.

Relative Solmisation

Ein zentraler Unterrichtsaspekt ist die stimmbildnerische Arbeit mit Kindern, das bedeutet konkret: Wir arbeiten unter anderem an der Körperhaltung, an der richtigen Atemtechnik und am stimmlichen Training für die Höhe. Durch spezielle Singübungen, die auf der relativen Solmisation und den dazugehörigen Handzeichen basieren, entwickeln die Kinder musikalische Vorstellungskraft (Audiation). Die Etüden ermöglichen außerdem  Klangkontrolle und damit einhergehende -verbesserung. Das wunderbare ist dabei, dass jeder Kind hierbei eine positive Entwicklung durchmacht. Manch einer hat noch nie seiner Stimme besondere Aufmerksamkeit gewidmet und staunt, was da plötzlich an schönen Klängen entsteht.

Praktisches Arbeiten

Die Etüden werden stets von der ganzen Klasse gesungen, aber auch solistisch vorgetragen. Dies ist nötig, um individuelle Korrekturmöglichkeiten zu geben, die Stimmentwicklung zu dokumentieren und den Lernfortschritt zu überprüfen. Dabei arbeiten wir behutsam und holen die Kinder an ihrem individuellen Entwicklungsstand ab. Die Erfolge der Schülerinnen und Schüler zeigen uns, dass es ein guter Weg ist. Die vom Lehrplan geforderten Inhalte werden in den Klassen 5 und 6 in der Gesangsklasse rein praktisch erarbeitet. Sie bleiben dank der stetigen Auseinandersetzung mit der Musik und der damit verbundenen Erfahrung lange im Gedächtnis. So können die Kinder beispielsweise bereits Ende der 5. Klasse komplexe Notendiktate bewältigen und Intervalle benennen, die sie sich singend erschlossen haben.

Lesen Sie auch hier einen Artikel über uns im Wiesbadener Kurier.

Ihre Fragen

Wenn Sie Fragen zum Singen an der Theodor-Fliedner-Schule haben, nehmen Sie bitte über das folgende Formular Kontakt zu uns auf.

Wir freuen uns auf Ihre Fragen!