Aktuelles

Infoabend zum Thema Pubertät 2.0

Sehr geehrte Eltern,

wir laden Sie herzlich ein zu unserem Elternabend

„Pubertät 2.0 – Einblick ins digitale Kinderzimmer“
Vortrag von Sven Moraw

(Fachberater für Jugendmedienschutz an der Theodor – Fliedner Schule Wiesbaden)

Dieser findet am

30.11.2017 um 19.30 Uhr im Infozentrum der Schule statt.

Für Kinder und Jugendliche sind Computer, Handys, Spielekonsolen und das Internet heute selbstverständlich, und Kinderzimmer sind zunehmend digital vollausgestattet. Die Nutzung dieser Technologie durch die „Digital Natives“ (Digitale Eingeborene) hat sich allerdings weitgehend verselbständigt, und den meisten Eltern der „Generation Kassettenrekorder“ fehlen in der oft nervtötenden Diskussion um den Medienkonsum wirksame Argumente und Strategien. Die Frage nach der Medienfitness ihrer Eltern beantworten 80% der Jugendlichen mit einem überlegenen „Die haben keinen Plan!“, oft gefolgt von „und die sollen auch keinen kriegen!“ Doch da insbesondere das Internet neben großartigen Chancen auch erhebliche Risiken birgt und gerade in der Pubertät eine deutlich erhöhte Risikobereitschaft besteht, müssen Eltern die Mediennutzung ihrer Kinder aktiv begleiten und sich kritisch damit befassen. Das dafür erforderliche Wissen möchten und müssen wir Ihnen mit dieser Veranstaltung vermitteln, denn eine erfolgreiche und sichere Medienerziehung ist nur möglich, wenn Schule und Elternhaus dabei zusammen arbeiten.

Richtiger Umgang mit Facebook & Co., Online-Mobbing, jugendgefährdende Inhalte (Pornographie, Gewaltvideos, indizierte Spiele, etc.) sexuelle Übergriffe und Computersucht  werden ebenso thematisiert wie wichtige rechtliche Aspekte der Mediennutzung (Recht am eigenen Bild, Downloads und Urheberrecht, Plagiate, Schadsoftware, Onlinebetrug).

Dieser Infoabend ist eine unverzichtbare Voraussetzung für eine kompetente und sichere Mediennutzung Ihres Kindes an der Theodor – Fliedner – Schule und insbesondere auch zuhause: In der Auswertung der bisherigen Vorträge gaben 97% der Eltern an, dass sie dort neue und wichtige Informationen erhielten, die ihr zukünftiges Handeln beeinflussen werden. 91% hätten sich diese Informationen schon in der Grundschule gewünscht!

Sollten Sie daran nicht teilnehmen können, bitten wir um entsprechende Nachricht per Email an theodor-fliedner-schule@wiesbaden.de   oder telefonisch im Sekretariat unter 0611-317210.


Eltern sorgen sich um surfende Kinder

Stand: 07.11.2017 15:13 Uhr

Eltern haben im Netz Angst vor Gewalt und Pornografie, Kinder fürchten sich vor allem vor Mobbing. So lautet das Ergebnis einer Studie zur Onlinenutzung von Kindern. Trotzdem nutzen nur wenige Filter-Software oder Kennwörter.

Zum Bericht der ARD


Wann, wieviel, was?

Fragen, die sich alle Elten stellen sollten, wenn es um die Nutzung von Smartphone oder Tablet geht. Aber wie kann ich das als verantwortungvoller Elternteil kontrollieren?

Eine gute Hilfe, diesen Aspekt technisch in Angriff zu nehmen, finden sie in dem hier verlinkten Artikel, der die Einrichtung von Beschränkungen bei Android Geräten behandelt!


Dein Handy weiß was du wo, wann und mit wem gemacht hast…

Schon mal was von Tracking gehört? Do not Track zeigt Ihnen, was es bedeutet, wenn etwas auf ihren Geräten abläuft, von denen Sie normalerweise gar nichts mitbekommen. Schauen Sie sich diese faszinierende, interaktive Tracking – Doku einmal an. Vielleicht gehen Sie in Zukunft ein wenig kritischer mit den Apps auf Ihrem Smartphone um…

donottrack


Jahresbericht zu Jugendschutz im Netz Der unterschätzte Reiz der Gefahr


Younow-Nutzung erleichtert Belästigungen durch Erwachsene

Der in Deutschland seit kurzem beliebte Dienst Younow ist für Kinder eindeutig nicht geeignet. Der Betreiber ist „sehr stolz auf den Erfolg, den Younow in Deutschland hat.“ Für die Eltern von Jugendlichen gibt es Tipps für die Nutzung.

Das Bundesfamilienministerium hat eindeutig vor der Nutzung der Livestream-Plattform Younow durch Kinder gewarnt. Dort sind meist sehr junge Jugendliche aktiv, um per Video ihr Leben mit zahlreichen fremden Nutzern zu teilen. Younow „betreibt jedoch keine Vorsorge, um Kinder und Jugendliche wirkungsvoll vor Übergriffen und Gefährdungen zu schützen“, sagte ein Sprecher des Familienministeriums der Nachrichtenagentur dpa. Die Nutzer gäben Einblicke in ihr Privatleben und „erleichtern so Mobbing durch Gleichaltrige und sexuelle Belästigungen durch Erwachsene.“

Altersangaben würden nicht verifiziert und das Angebot lasse sich nicht so einstellen, dass die Zugänglichkeit von Livestreams beschränkt werden könne. „Für Kinder ist der Dienst nicht geeignet.“

Die Videostreams, die dort abgerufen werden, sind immer live, und es gibt eine Chatfunktion. Die Streams sind auch ohne Anmeldung abrufbar. Wer selbst chatten möchte, braucht ein Nutzerkonto. Meist stellen die Zuschauer Fragen und die Streamenden antworten und werden dann bewertet.

Die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) rät: „Eltern von jüngeren Minderjährigen sollten ihren Kindern die Nutzung von Younow eher verbieten und durch technische Mittel sicherstellen, dass die Seite nicht aufgerufen wird.“ Hierzu können Schutzmaßnahmen wie Einstellungen im Betriebssystem mit Administratorenrechten getroffen werden.

„Ältere Minderjährige sollten sich vor allem der Gefahren und möglichen Probleme bei der Nutzung bewusst sein und niemals persönliche Daten preisgeben, sich nicht in körperlicher und psychischer Form entblößen.“ Zudem wird den jugendlichen Nutzern geraten, sich nicht auf direktes Messaging oder gar persönlichen Kontakt in Form eines Treffens einzulassen und Dritte nur mit deren Einverständnis filmen.

Laut einem Bericht des Stern sind die Nutzerzahlen in Deutschland seit November 2014 sprunghaft gestiegen, im Januar wurde Younow 16 Millionen Mal genutzt.

Der Betreiber erklärte: „Wir sind sehr stolz auf den Erfolg, den Younow in Deutschland hat.“ Man stimme zu, dass der Service für Jugendliche unter 13 Jahren nicht geeignet sei. Ein Moderationsteam arbeite 24 Stunden am Tag, um User zu verbannen, die gegen die Bedingungen und Regeln von Younow verstoßen.

Quelle:

http://www.golem.de/news/livestreaming-younow-nutzung-erleichtert-belaestigungen-durch-erwachsene-1502-112438.html


Live-Streaming: IT-Anwälte warnen vor Streaming-Portal Younow

Bei den Kids ist das Portal Younow derzeit sehr beliebt, auf dem Videostreams live laufen und Fragen beantwortet werden. Zwei IT-Anwälte warnen vor Strafen, weil die Rechte anderer verletzt werden könnten. Auch die Gema dürfte aufmerksam werden.

IT-Anwälte warnen vor der Nutzung der Livestreaming-Plattform Younow. Dort sind meist sehr junge Jugendliche aktiv, um per Video ihr Leben mit zahlreichen fremden Nutzern zu teilen. Der Kölner Medienanwalt Christian Solmecke sagte:„Nicht nur der Jugendschutz ist durch das leichtsinnige Verhalten der Minderjährigen gefährdet, auch bei der Übertragung der Live-Chats werden zum Teil gravierende Verstöße gegen das Persönlichkeits- und Urheberrecht begangen.“

Tobias Röttger von GGR Rechtsanwälte gibt zu bedenken, dass viele Eltern und Lehrer noch nicht einmal wüssten, dass diese Plattform überhaupt existiert.

Die Videostreams, die dort abgerufen werden, sind immer live, und es gibt eine Chat-Funktion. Die Streams sind auch ohne Anmeldung abrufbar. Wer selbst chatten möchte, braucht ein Nutzerkonto. Meist stellen die Zuschauer Fragen und die Streamenden antworten und werden dann bewertet.

Auch bei Younow müssten das Recht am eigenen Bild und die Urheberrechte beachtet werden. Nicht wenige Jugendliche ließen die Kamera laufen, während sie im Unterricht säßen oder mit ihren Freunden auf einer Party seien. Die Lehrer und Mitschüler wüssten meist nicht, dass sie gerade gefilmt und im Live-Stream gezeigt würden. „Dies verstößt klar gegen die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen“, erklärte Solmecke.

Hier drohen Unterlassungsansprüche und Strafen nach Paragraf 201 des Strafgesetzbuchs. Dieser schützt die Vertraulichkeit des gesprochenen Wortes und stellt die Aufnahme und Veröffentlichung heimlich aufgenommener Gespräche unter Strafe. Auch wer im Schlafzimmer seine Lieblingsmusik hört, während die Kamera läuft, müsse unter Umständen mit einer Abmahnung rechnen. „Ohne die Erlaubnis des Rechteinhabers dürfen die Musikstücke nicht der Öffentlichkeit präsentiert werden“, sagte Solmecke.

Abgesehen von der Altersvorgabe von 13 Jahren sehen die Nutzungsbedingungen ein Verbot für Live-Streams vor, die Nacktheit zeigen oder den Konsum von Drogen. Auch das Teilen von privaten Daten wie Adresse und Telefonnummer sind verboten.

quelle


Dating Apps und Live Streaming aus dem Kinderzimmer

=> Download als pdf: Der Elternbrief der Gutenbergschule Wiesbaden vom 15.01.15 zu Dating Apps und Live Streaming aus dem Kinderzimmer (darf gerne kopiert und weiter verteilt werden)

Liebe Eltern,

zu diesem Thema rede ich mir seit Jahren den Mund fusselig, aber es wird immer haarsträubender… :-/

Screenshot_2014-12-19-17-57-00Es erscheinen immer wieder neue Plattformen, auf denen sich die Kids, v.a. die Mädchen, digital entblößen – meist “nur” in Bezug auf Daten und Privatsphäre, in manchen Fällen leider auch mit zu viel Haut… Vor Weihnachten habe ich mir noch Gedanken um Dating Apps wie Tinder und Lovoo gemacht, welche zunehmend von Teenies genutzt werden, die sich darin erschreckend offenherzig präsentieren, siehe Screenshots (aus der Dating-App Lovoo). Rechnet man die aktuelle Zahl von 32 Nutzern hoch, die Lovoo für die Stadt Eltville ausgibt, nutzen aktuell über 10.000 hessische Schülerinnen und Schüler diese App!

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Aber nun wurde ich durch einen bekannten Youtuber auf einen weiteren Trend aufmerksam, www.younow.com, Live Streaming aus dem Kinderzimmer!

Ich kannte diese Plattform bisher als Streamingtool für bekannte Youtuber, aber über die Weihnachtsferien wurde sie offensichtlich unter deutschen Kids als Chatplattform viral populär, das zeigt auch das Ranking der „Trending Tags“, bei denen „#deutsch“, „#deutschland”, „#deutschgirl” und „#deutsch-girl“ in den Top 10 rangieren. Klickt man sich durch die deutsche Userliste, stellt man fest, dass die große Mehrheit sich im Dezember und Januar registriert hat.

Screenshot_2015-01-18-22-23-39 Screenshot_2015-01-18-22-22-49Es ist inzwischen für die entsprechend orientierte Klientel gar nicht mehr nötig, Webcams per Trojaner zu hacken oder Kids von Chatplattformen auf Skype zu locken – die Kids liefern jetzt selbst, und das praktischer Weise auch noch in Kategorien wie #deutsch-girl! Zudem werden die Streams aufgezeichnet und stehen anschließend auf YouNow als Video zur Verfügung! Eine Option, um das abzustellen oder die Videos zu löschen, gibt es ziemlich versteckt unter “Profile – Broadcasts”, dort findet sich rechts oben im Video ein kleiner Pfeil, über den man “Delete” findet.

Sie plaudern arglos vor jedermann ihr halbes Privatleben aus, nutzen dabei häufig ihre echten Vor- und Nachnamen, nennen Alter, Wohnort, Schule, Geschwister, Hobbies und natürlich auch ihre Profile auf Facebook, Instagram, Snapchat und Twitter – dass es im Internet auch zahlreiche schräge Vögel gibt, denen man auf der Straße nicht begegnen möchte, ist den wenigsten bewusst! Der Youtuber “Tooncraft” im Video unten bringt es eindringlich auf den Punkt!

Aber warum tun die Kids das? Es geht um Anerkennung und Bestätigung, um Likes, Friends, Fans und Follower. Auf YouNow gibt es zudem ein Ranking, je mehr Zuschauer mein Stream hat, je mehr Fans ich habe, desto weiter oben bin ich platziert. Man muss nicht mehr hoffen, irgendwann mal in einer Fernsehshow auftreten zu können, man macht sich das Fernsehen einfach selbst, und das geht im wahrsten Sinn des Wortes kinderleicht.

Wenn man sich durch die Userprofile klickt, sieht man, dass die Plattform sich während der Weihnachtsferien viral unter Jugendlichen (und auch Kindern) verbreitet hat, die meisten haben sich im Dezember und Januar angemeldet. Und die Pädophilen hängen auch schon drin, wie man in den Chats mitverfolgen kann. Da geben sich viele als Teenies aus, sind aber von der Sprache her (Groß- Kleinschreibung, Zeichensetzung) und durch eindeutige Fragestellungen leicht zu erkennen – für mich vielfach auf den ersten Blick, für die Kids meist erst, wenn die Äußerungen unmissverständlich werden.

Ich kann Ihnen allen daher nur immer wieder ans Herz legen: Schauen Sie hin, was Ihre Kinder im Netz machen, überlegen Sie genau, in welchem Alter Sie den Kindern diese Technologie zur Verfügung stellen, und halten Sie die Kinderzimmer bildschirmfrei – insbesondere Abends und Nachts – Sie glauben nicht, wieviele Kids da gestern noch um Mitternacht live aus dem Kinderzimmer sendeten…Ein ausführliches Gespräch über die Wahrung der Privatspäre im Netz und die Tatsache, dass es, wie auf der Straße, auch im Internet jede Menge zwielichtige Gestalten mit gefährlichen Neigungen gibt, gehört aus meiner Sicht heute zur elterlichen Erziehungspflicht.

2015-01-13 09_20_29-Live on YouNowDas Thema ließ mich ausgesprochen schlecht schlafen, und als ich um 6 Uhr genervt aufstand, waren die ersten Kids schon vor der Schule online und ließen sich beim Schminken zuschauen… Andere streamen auf dem Schulweg oder live aus der Schule (und 243 sehen zu), da wird dann auch der ein oder andere Lehrer prominent…

Konkret empfehle ich Ihnen, mit Ihren Kindern insbesondere folgende Aspekte zu besprechen:

  1. Zur Anmeldung in Apps und bei Websites eine zusätzliche, neutrale Emailadresse anlegen, die keine persönlichen Angaben wie Name, Alter, Geschlecht preisgibt
  2. Sichere Passwörter verwenden
  3. In Apps und auf Websites NIEMALS unter dem echten Namen agieren, das betrifft aktuell v.a. Facebook, Instagram, Snapchat sowie die oben genannten Portale
  4. In Chats keinerlei persönliche Informationen (Wohnort, Schule, Hobbies) an Unbekannte herausgeben
  5. Keine Fotos in sexy Posen (s.o.) per Handy verschicken oder online stellen
  6. Live ist LIVE, wie bei einer Fernsehsendung: hier lässt sich nichts löschen oder zurücknehmen! Man muss dabei sehr überlegt vorgehen und verplappert sich sehr leicht – insbesondere wenn man jung und unerfahren ist!

Meine Empfehlungen in puncto digitale Ausstattung an Sie als Eltern:

  • Entscheiden Sie sehr bewusst, in welchem Alter Sie ihrem Kind zutrauen, mit den unendlichen digitalen Möglichkeiten selbständig, reflektiert und verantwortungsvoll umzugehen.
  • Platzieren Sie Computer mit Internetzugängen nicht im Kinderzimmer
  • Sammeln Sie Handys und mobile Spielekonsolen abends ein! Eine 7. Klasse hat mir erst kürzlich in einer Vertretungsstunde erzählt, dass in ihrer WhatsApp-Gruppe an Wochentagen zwischen 22 und 6 Uhr bis zu 500 (!!!) Nachrichten auflaufen! Handys und Spielekonsolen über Nacht im Kinderzimmer führen unweigerlich zu Schlafmangel.
  • Ein Smartphone mit Internetflat (aber auch mit Internet per WLAN) öffnet ihrem Kind die Tür zur
    Erwachsenenwelt – und zwar komplett! In welchem Alter wollen Sie das Ihrem Kind zumuten?
  • Die Behauptung, „alle haben das, alle dürfen das“ ist heute wie vor 30 Jahren nur DAS Killerargument, um Eltern ein schlechtes Gewissen zu machen. In unseren Fünften Klassen nutzt ein Drittel der Kinder WhatsApp. Auch in der Klassenstufe 8 gibt es etliche Schüler ohne Internetflat auf dem Smartphone, und sogar einige komplett ohne Handy.
  • Hätte ich selbst noch Schulkinder im Haus, wäre mein Konzept: Handy ab Klasse 5,
    Smartphone mit 14, mobile Internetflat mit 16. Das ist eine sehr konservative Strategie, damit liege ich allerdings auf einer Linie mit IT-Profis wie Bill Gates und Steve Jobs!

Günter Steppich