Schulprogramm

Unsere Pädagogischen Leitsätze und Schulprogrammschwerpunkte 

Präambel

Die in der Theodor-Fliedner-Schule Tätigen verstehen sich als eine GEMEINSCHAFT, zu der Schülerinnen und Schüler aller drei Schulformen, die Lehrkräfte, die beiden Sekretärinnen, der Hausmeister, die Eltern sowie alle an der Schule Beschäftigten zählen.

1. Unsere Schulgemeinde

1.1 Damit wir uns alle mit der Theodor-Fliedner-Schule identifizieren können, fördern wir ein gutes Schulklima. Jeder Einzelne übernimmt hierfür die Verantwortung.

Ein gutes Schulklima entsteht an der TFS dadurch, dass sich Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer sowie Sekretärinnen und Hausmeister in gegenseitigem Wohlwollen vertrauensvoll begegnen. Weil uns allen der freundliche, respektvolle, wertschätzende Umgang miteinander wichtig ist,

  • verpflichten wir uns zu absoluter Gewaltlosigkeit;
  • nehmen wir uns von Klasse 5-10 in jeder Schulform im Rahmen des Unterrichts

Zeit für soziales Lernen;

  • sind die Erwachsenen den Heranwachsenden ein Vorbild;
  • begegnen wir uns alle nach den Grundsätzen von Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeit und Toleranz gegenüber anders Denkenden;
  • achten wir auf eigenes und fremdes Eigentum;
  • werden Gespräche konstruktiv und deeskalierend geführt;
  • legen alle Wert auf einen pünktlichen Unterrichtsbeginn und ein pünktliches Unterrichtsende;
  • achten wir auf die Einhaltung von Regeln und reagieren konsequent bei

Nichteinhaltung;

  • legen wir Wert auf zuverlässige, gewissenhafte und zeitnahe Umsetzung unserer Aufgaben.
  • tragen wir gemeinsam Sorge für das äußere Erscheinungsbild der Schule. Einzelne Klassen übernehmen unter Mitarbeit ihres Klassenlehrers/ihrer –lehrerin Patenschaften für Teilbereiche des Schulgeländes.

1.2 Teamarbeit ist ein grundlegendes Prinzip: Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern arbeiten kooperativ und zielorientiert zusammen.

  • Unser Schulleitungsteam besteht aus sechs Mitgliedern: der Schulleiterin und ihrem Stellvertreter sowie vier weiteren Personen, die zur Unterstützung Schulleitungsaufgaben wahrnehmen, deren Zuordnung im Geschäftsverteilungsplan festgelegt ist. Die Schulleiterin trifft wesentliche Entscheidungen gemeinsam mit ihrem Team; alle Schulleitungsmitglieder treffen sich mindestens einmal wöchentlich in einer fest terminierten Schulleitungssitzung.
  • Die in einer Klasse unterrichtenden Lehrkräfte verstehen sich ebenfalls als Team, das fachliche und pädagogische Absprachen trifft, so dass die Schülerinnen und Schüler mit möglichst einheitlichen Vorgehens- und Verhaltensweisen sowie Maßnahmen konfrontiert werden. In einer pädagogischen Konferenz bzw. Klassenkonferenz werden Probleme diskutiert, Lösungswege gemeinsam erarbeitet und über pädagogische Maßnahmen bzw. Ordnungsmaßnahmen entschieden. Beratungs- und Förderplangespräche führt die Lehrkraft mit dem Ziel, die Stärken der Schüler zu stärken und ihre Schwächen zu schwächen. Die Lehrerinnen und Lehrer kooperieren eng mit den Eltern, die sie bei Problemen umgehend informieren, ansonsten stehen sie in ihren Sprechstunden und darüber hinaus für Beratungen und den Austausch zwischen Elternhaus und Schule zur Verfügung.
  • Der Teamgedanke wird auch im Jahrgang dadurch gestärkt, dass gemeinsame Aktivitäten, Aktionen und Projekte geplant und durchgeführt werden. Erstmals wird derzeit in der Jahrgangsstufe 5 ein Teamkonzept erarbeitet. Dieses ist als Diskussionsvorlage fertig gestellt. Sobald sich die Lehrkräfte, die derzeit in der Jahrgangsstufe 5 unseres Gymnasiums unterrichten, auf eine endgültige Fassung geeinigt haben, wird diese dem Kollegium in der nächsten Gesamtkonferenz vorgestellt. Die relativ spontan und ohne feste Verankerung im Schulprogramm durchgeführte „Kennenlernfahrt“ für alle Schülerinnen und Schüler der Klasse 5 wurde von den Beteiligten einheitlich als pädagogisch sehr wertvoll bewertet. Das Projekt wurde auf der GK am 05.11.09 vorgestellt und erntete die Zustimmung der großen Mehrheit. Sowohl die Diskussionsvorlage zum Teamkonzept als auch eine Zusammenfassung der Erfahrung während der Kennenlernfahrt sind in einem Ordner zu aktuellen Entwicklungen unseres Schulprogramms nachzulesen.
  • Jede einzelne Klasse versteht sich als eine Einheit, aus der kein Schüler und keine Schülerin ausgegrenzt bzw. fachlich zurückgelassen wird: Die Gruppen- bzw. Partnerarbeit dient dazu, dass leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler leistungsschwächeren helfen und sie unterstützen. Die Klassenratsstunde ist von großer Bedeutung, weil die Schülerinnen und Schüler selbstverantwortlich demokratisches Handeln einüben und Konflikte, die die Klasse betreffen, gemeinsam lösen lernen. Um den Schülerinnen und Schülern den Einstieg in das 5. Schuljahr zu erleichtern, gibt es ein Patenschaftsprogramm mit Schülerinnen und Schülern der achten und neunten Klassen.
  • Eltern arbeiten kooperativ mit den Lehrkräften zusammen in dem Bewusstsein, dass schulische Arbeit nur dann erfolgreich ist, wenn Eltern sie mit tragen. Die Grundsätze, die dabei eingehalten werden müssen, sind in unserer Erziehungsvereinbarung festgehalten, die von den Sorgeberechtigten bei Eintritt in die TFS unterschrieben wird, siehe Anlage A. Elternvertreter nehmen in allen Gremien der Schule teil. Elternbeirats- und Fördervereinsmitglieder entwickeln Schule in ihren Schulprogrammpunkten mit und unterstützen schulische Arbeit durch personellen Einsatz und finanzielle Hilfen.

1.3 Mit Gemeinschaftserlebnissen im kulturellen, sozialen und sportlichen Bereich gestalten wir eine lebendige Schulgemeinschaft.

Auf besondere, über den Unterricht hinausgehende Aktivitäten und Termine bereiten sich Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern in speziellen Gremien vor, um die dann stattfindenden Veranstaltungen in der Regel gemeinsam durchzuführen. Das Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeitsgefühl soll dadurch gefördert sowie die Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler gesteigert werden. Im Miteinander haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Stärken zu entdecken und sich auf diese Weise als aktive, selbstbewusste Mitglieder der Schulgemeinde jenseits des Unterrichts zu erfahren. Die Gemeinschaftserlebnisse der TFS, die den Teamgeist aller Beteiligten unterstützen,  finden in den folgenden Veranstaltungen auf kultureller, sozialer und sportlicher Ebene ihren Ausdruck:

  • Einschulungsfeier für die Fünftklässler
  • Seit Schuljahr 2009/10 erstmals durchgeführte gemeinsame Kennenlernfahrt aller Fünftklässler
  • Tag der offenen Tür
  • Gottesdienst der 5. und 6. Klassen
  • Adventskonzert
  • Musik- und Theaterabend
  • Jährliche Veranstaltungen des Vereins der Freunde und Förderer der Theodor-Fliedner-Schule (Ostermarkt, Adventsmarkt/Kulturelle Abende)
  • Schülerfest im Rahmen des „Schulstreichs“
  • Abschlussfest der 9. und 10. Klassen mit Abschlussgottesdienst
  • Projektwoche mit Präsentationstag
  • Bundesjugendspiele
  • Sport- und Spielefest der 5. und 6. Klassen
  • Sportfest in der Schule
  • Teilnahme an Stadtmeisterschaften, z.B. Handball
  • Sonstiges:

a)     Präsentationsnachmittag der Hauptschüler nach der Projektprüfung

b)    Projekte, mit denen zahlreiche Feierlichkeiten verbunden sind:

  • Sozialpraktikum in der Altenwohnanlage „Im Wolfsfeld“
  • Sozialpraktikum DRK Bierstadt ab dem Schuljahr 2007/08
  • Äthiopienhilfe und –wette
  • Kunstprojekte im öffentlichen Raum
  • Lesescouts
  • Comeniusprojekt

c)     Theaterprojekt ab 2007/08 in Zusammenarbeit mit dem Staatstheater Wiesbaden mit öffentlicher Aufführung

d)    Schuljubiläen

e)     Zusammenarbeit mit den Partnerschaftsvereinen Bierstadts:

  • Schüleraustausch mit Belgien (Theux)
  • Schüleraustausch mit Finnland (Pori)

1.4 Wir beziehen außerschulische Kooperationspartner in unsere pädagogische Arbeit mit ein.

Wir erachten es als ausgesprochen wichtig, den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu eröffnen, außerhalb des Lernorts „Theodor-Fliedner-Schule“ Erfahrungen zu sammeln und Begegnungen zu haben, die sie im Prozess ihres Heranwachsens stärken und unterstützen.

  • Wir ermöglichen deshalb ein Lernen außerhalb des Unterrichts, wann immer es sich anbietet und sinnvoll ist, z.B. in Projektwochen, bei Unterrichtsgängen, auch in Betriebe und zu Verbänden, mit deren Mitarbeitern wir eng kooperieren.
  • Wir laden außerschulische Personen (z.B. Autoren, Tanz- und Theaterpädagogen und Berufstätige aus vielen anderen Bereichen) in unsere Schule ein, um Schülerinnen und Schüler über das unterrichtliche Angebot hinaus pädagogisch zu fördern.
  • Eine enge Kooperation mit dem Ziel der fächerübergreifenden Leseförderung in allen Altersstufen findet mit der in unserem Haus liegenden Stadtteilbibliothek Wiesbaden-Bierstadt statt.
  • Wir wollen unseren Schülerinnen und Schülern den bestmöglichen Übergang in das Berufsleben gewähren durch:

Ø               Vorbereitung auf die Betriebspraktika und deren intensive Begleitung, u.a. auch durch einen Mitarbeiter, den wir aus dem Projekt „Erfahrung hat Zukunft“ für eine gewisse Zeit für die Theodor-Fliedner-Schule gewinnen konnten.

Ø               Einbeziehung der Berufs- und Ausbildungsberatung der Agentur für Arbeit

Ø               Besuch der Ausbildungsmesse der IHK Wiesbaden

Ø               Intensive, individuelle Betreuung in der Berufsfindungsphase in den höheren Klassen.

Wir öffnen uns dem Stadtteil Bierstadt und der Stadt Wiesbaden und tragen die Ergebnisse unserer Arbeit nach außen:

  • Wir wollen interessierten Schülerinnen und Schülern aus der Grundschule die Entscheidung für unsere Schule erleichtern, indem wir uns in den Bierstadter und den umliegenden Grundschulen mit unserem Schulprofil und unserem Schulprogramm vorstellen und individuelle Beratungsgespräche führen. Am jährlich im November stattfindenden Tag der offenen Tür präsentiert sich die Schule den künftigen Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern.
  • Wir laden die Bürgerinnen und Bürger Wiesbadens zu zahlreichen Veranstaltungen unserer Schule ein, z.B. zu Projektpräsentationen, Konzerten, Benefizveranstaltungen, Theateraufführungen, Oster- und Adventsmärkten.

Wir nutzen die umfassenden Möglichkeiten, uns in unserer erziehungspädagogischen Arbeit unterstützen zu lassen, indem wir auf schulexterne Kooperationspartner zugehen und diese in unsere schulische Arbeit mit einbeziehen.

  • Wir kooperieren mit dem schulpsychologischen Dienst und dem Jugendamt.
  • Wir kooperieren bei Erziehungsproblematik und Lernhilfebedarf kontinuierlich mit den sonderpädagogischen Beratungs- und Förderzentren der Stadt Wiesbaden.
  • Wir kooperieren sehr eng mit dem Leiter der Schule für Erziehungshilfe am Geisberg,

Herrn Kopplow. Die Kollegin Frau Scheid seiner Schule ist regelmäßig in Einzel- oder Gruppenberatungen an der Theodor-Fliedner-Schule tätig.

2.  Gesunde und bewegte Schule

„Unser Schulalltag ist gesund, bewegt, lebendig, kreativ. Wir wollen fit im Kopf sein und im Unterricht aktiv.“

2.1.      Ziele des „Fit & Gesund“ Konzepts 

Mit Beginn des Schuljahres 2006/07 begab sich das Kollegium der Theodor-Fliedner-Schule auf den Weg zur „Gesunden Schule“ durch Einführung einer Pilotklasse unter dem Motto „Fit & Gesund“ und durch die Entwicklung eines entsprechenden Konzepts als Reaktion auf die Veränderungen der Bedingungen heutiger Kindheit und Jugend. Im Schuljahr 2007/08 wurde das Konzept, das inzwischen Bestandteil unseres Schulprogramms ist, auf insgesamt 5 Klassen ausgeweitet. Dieses Konzept setzt sich insbesondere eine gesundheitsbewusste Lebensausrichtung mit einem ganzheitlichen Gesundheitsverständnis im schulischen Lebensraum zum Ziel. Neben den Schwerpunkten „Bewegter Unterricht“ und „Gesunde Ernährung“ bilden Gewalt- und Drogenprävention, Mobilitätserziehung, ökologische Bildung und Arbeitsschutz essentielle Unterrichtsinhalte auf dem Weg zu einer „gesunden Schule“. Wir streben eine sukzessive Zertifizierung aller Bausteine an; im Juli 09 haben wir als Schule bereits das Teilzertifikat „Bewegung“ erworben, was uns im Rahmen eines Sportfestes als Schulgemeinde von unserem Schulamtsdezernenten ehrenvoll mit entsprechender Ansprache überreicht wurde. Das Zertifikat wurde uns verliehen, weil die insbesondere in den 5. und 6. Klassen eingeführten Bewegungs-, Konzentrations- und Entspannungsübungen den Ansprüchen genügen. Im Schuljahr 2009/10 setzen wir uns zum Ziel, das Teilzertifikat „Ernährung“ zu erwerben.

Mit Beginn des Schuljahres 2008/09 wurde unser „Fit & Gesund“ Konzept mit Minimalzielen in allen Klassen umgesetzt, evaluiert und kontinuierlich weiterentwickelt.

Folgende Rahmenbedingungen sollen nach Möglichkeit mitbedacht werden:

Ø   Die Klassenräume aller Klassen einer Jahrgangsstufe liegen räumlich nah beieinander.

Ø   Es werden Jahrgangsteams eingerichtet.

Ø   Es steht jedem Jahrgang und den Lehrerteams nach Möglichkeit ein zusätzlicher Raum zur Verfügung, der für Ruhe, Gymnastik, Gruppen- oder auch Freiarbeit genutzt werden kann.

Ø   Die Klassenlehrerin/der Klassenlehrer hält unter Berücksichtigung der Fächerkombination möglichst viele Stunden in der eigenen Klasse.

Ø   Regelmäßig stattfindende Teamsitzungen werden bei der Stundenplangestaltung berücksichtigt. Sie sollen sowohl den Austausch als auch Absprachen bezüglich der fachlichen und sozialen Zielsetzungen des Unterrichts garantieren.

Ø   Fächerübergreifende Unterrichtsprojekte, wie zum Beispiel Ernährungs- und Bewegungspläne, gehören genauso zum Konzept der „Fit & Gesund“ Klassen wie Unterrichtsgänge, die die Schule öffnen, indem der Lernort nach außen verlegt wird, wobei für ein gesundes Lernklima Sorge getragen wird. Hierzu gehören z.B. Projekte wie „Kletterpark Neroberg“, „Sportnacht“ in den Hallen der TFS oder gemeinsames Zelten. Auch die mehrtägigen Unterrichtsgänge (Klassenfahrten) der „Fit & Gesund“ Klassen entsprechen inhaltlich dem „Fit & Gesund“ Konzept und berücksichtigen diese Aspekte.

Grundlegend ist bei allen Aspekten die Einbeziehung der Familie, mit deren Unterstützung die Alltagsumsetzung schulischer Inhalte erst nachhaltig realisiert werden kann.

Baustein Bewegung

  • Von 2006 – 2008 haben mehrere schulinterne Fortbildungen an der Theodor-Fliedner-Schule stattgefunden, in deren Verlauf eindrucksvoll vorgeführt wurde, mit welch kleinen Mitteln und welch geringem Aufwand es gelingen kann, Unterricht so „bewegt“ zu gestalten, dass dadurch die Basis für die Schülerinnen und Schüler geschaffen wird, sich über einen längeren Zeitraum hinweg auf die Unterrichtsinhalte konzentrieren zu können.
  • Inzwischen haben wir das Teilzertifikat „Bewegung“ erworben und sind damit unserem Ziel auf dem Weg zu einer gesunden Schule näher gekommen.
  • Der Sportunterricht der Theodor-Fliedner-Schule ist dreistündig.
  • Die Klassen der 5. und 6. Jahrgangsstufe verfügen über Pausenkisten mit bewegungsfördernden Spiel- und Sportgeräten, wie Springseilen, Jakarta, Softbällen u.ä.
  • Für jede Klasse der TFS sind die Turnhallen ca. zwei Wochen pro Halbjahr in der zweiten großen Pause für Pausensport geöffnet.
  • Tägliche Sport- und Bewegungsprogramme sowie Entspannungsübungen sind mit dem Ziel, die kognitiven Belastungen auszugleichen, in den Unterricht integriert.
  • Im Unterricht aller Fächer werden lebendige und bewegte Unterrichtsmethoden angewandt.
  • Ein Materialordner mit ausgearbeiteten Unterrichtsmaterialien zu den Themen Bewegungspausen, Entspannungs- und Konzentrationsübungen, sowie Unterrichtsbeispielen für den „bewegten Unterricht“, steht zur Verfügung.
  • In jeder Klasse werden Unterrichtsrituale, Begrüßungs- und Verabschiedungsrituale erarbeitet. Das Klassenteam und/oder die jeweilige Klasse entscheiden sich für jeweils eines der Rituale. Alle Lehrer einer Klasse verpflichten sich dazu, diese Rituale in jeder ersten und letzten Unterrichtsstunde durchzuführen. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Schüler und auch der Lehrer gerecht zu werden, werden Rituale angeboten, die entspannend wirken oder Bewegung beinhalten, die im Sitzen oder Stehen durchgeführt werden können.
  • Die Schülerinnen und Schüler erfahren den Zusammenhang zwischen ihrem Essverhalten und dem Leistungsvermögen.
  • In den Jahrgangsstufen 5 und 6 wird eine Frühstückspause in den Unterricht integriert.
  • Um bewusstes Trinkverhalten zu fördern und zu ermöglichen, ist es den Schüler/innen erlaubt im Unterricht zu trinken. In den Klassenräumen der fünften Klassen steht Mineralwasser zur Verfügung.
  • Das Frühstücksangebot des Kiosk der TFS genügt den Anforderungen des Erlasses „Ernährungsangebote an hessischen Schulen“ (VIIA2-664/552-40 (AB 12/96) voll. Neben frischen Brötchen (Dinkel, Mehrkorn) gibt es Obst und Getränke (Mineralwasser und Apfelschorle).
  • Das Mittagessensangebot geht auf die spezifischen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen ein. Der Caterer des Mittagessens ist bio-zertifiziert.

Baustein Ernährung

Baustein Gewaltprävention

Schülerinnen und Schüler der TFS wurden als Streitschlichter ausgebildet und  stehen in jeder Pause allen Schülerinnen und Schülern in dieser Funktion in einem eigenen Raum zur Verfügung.

Anmerkungen zur Weiterentwicklung unseres „Fit & Gesund“ Konzepts

Für die Weiterentwicklung und Fortschreibung des „Fit & Gesund“ Konzeptes zeigen sich die Mitglieder der Konzeptgruppe „Fit & Gesund“, federführend Frau Müller-Ribaric, und die Schulleitung verantwortlich.

1. Baustein Bewegung

Für die Evaluation zeigen sich Herr Koch, Frau Haberlandt und Frau Müller-Ribabric verantwortlich.

2. Baustein Ernährung

Auf dem Weg zur „Gesunden Schule“ setzen wir uns für das Schuljahr 2009/10 das Ziel, das  Teilzertifikat „Ernährung“ zu erwerben. Um dies zu erreichen, sind folgende Schritte geplant.

·      Methodentag „Gesunde Ernährung“

Durchführung in der ersten Schulwoche der fünften Klassen.

Gesundes Frühstück (Lebensmittel besorgen die Lehrer), Erstellen der Ernährungspyramide.

·      Elternarbeit

Information zum gesunden Pausenbrot am ersten Elternabend der Klassen fünf.

·      Projekte zum Thema „Gesunde Schule“

Besichtigung eines Bio – Betriebes.

Bio – Food Projekt für die Klassen eines ausgewählten Jahrgangs.

Projektwoche für die ganze Schule mit dem Thema: „Fit und gesund durch Bewegung und richtige Ernährung.“

Für die Realisierung dieser Teilziele zeigen sich Frau Bayer und Frau Pflume verantwortlich.

3. Baustein Lehrerinnen- und Lehrergesundheit

Am pädagogischen Tag im Februar 2009 beschäftigte sich das Kollegium mit dem Thema „Lehrerinnen- und Lehrergesundheit“. Daraus resultierten bislang ein Arbeitsplatz für Kolleginnen und Kollegen, ein strukturierteres Lehrerzimmer und es eine neu konstituierte Steuergruppe.

Eine Evaluation steht noch aus.

4. Baustein Gewaltprävention

Um diesen Baustein zu realisieren, beschäftigt sich eine Konzeptgruppe mit dem von der IGS-Kastellstraße vorgestellten Modell  „Mediator“. Die Gruppe erarbeitet in wie weit dieses Modell auf unsere Schule anzuwenden ist.

Die Streitschlichter werden evaluiert und ein Gewaltprävention-Konzept wird entwickelt.

Für die Realisierung zeigen sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe verantwortlich.

Verbindliche Fortbildungen des  Kollegiums

Neue Kolleginnen und Kollegen werden verpflichtet, innerhalb ihres ersten Unterrichtsjahres an der TFS eine Schulung zum Thema „Bewegter Unterricht“ durchzuführen, sofern sie diesbezüglich noch keine Qualifikationen vorweisen können.

Für die Durchführung zeigen sich Frau Haberlandt und Herr Koch verantwortlich.

Materielle Ausstattung

Es werden Mittel für CD-Spieler, Pausenkisten, Gymnastikmatten, ergonomische  Arbeitsmöbel zurVerfügung gestellt. Die Schulleiterin Frau Petersen wird sich für finanzielle Unterstützung einsetzen. Zusätzlich ist noch folgende Maßnahme erforderlich:

Umgestaltung des Schulhofes.

Mit Geldern, die unter anderem durch einen Sponsorenlauf der Schülerinnen und Schüler erworben wurden, soll der Schulhof in den nächsten Jahren nach den Richtlinien für eine „gesunde Schule“ umgestaltet werden. Die Schulleiterin hat es erreicht, dass Studenten der FH Geisenheim mit ihrem Professor Anfang Oktober 09 zu einem Treffen mit Schülerinnen und Lehrkräften in die TFS kamen. Sie erarbeiten bis Ende des Semesters einen Grundplan für die Umgestaltung, sodass suksessive mit der Neugestaltung einzelner Bereiche des Schulhofes begonnen werden kann.

2.2.´Wesentliche Ergebnisse bisheriger Evaluationen in Kurzfassung

Die meisten Kinder haben sich vor Unterrichtsbeginn bewegt, sodass eine kurze Morgen-gymnastik nicht in jedem Fall sinnvoll ist, wesentlich effektiver ist oftmals ein Bewegungsprogramm zwischen der 3. und 4. Stunde oder nach Bedarf einzelner Kinder. Die Bewegungspause muss nach klar festgelegten Regeln verlaufen. Diese Bewegungen dürfen auf keinen Fall von Schülern angeleitet sein, denn dies führt immer zu Disziplinlosigkeit. Viele Schülerinnen und Schüler zeigen bereits am frühen Morgen ein unkonzentriertes Verhalten. Inzwischen sind CD-Player für jeden Klassenraum angeschafft und es hat sich in vielen Klassen bewährt, vor Stundenbeginn oder gegen Ende der Schulzeit Entspannungsübungen nach vorgegebener Musik zu machen.

Wichtig ist auch, dass alle den Unterricht gemeinsam beginnen und gemeinsam beenden. So wurde am Pädagogischen Tag verabredet, dass jeder Lehrer und jede Lehrerin mit den Lernenden ein bestimmtes Begrüßungs- und Verabschiedungsritual einführt.

Übungen im Klassenraum bewähren sich bei den meisten Lehrkräften eher als solche, die außerhalb durchgeführt werden, weil dies für die Lehrerinnen und Lehrer einen Kontrollverlust bedeuten kann. Das Konzept muss dringend von allen in der Klasse unterrichtenden Lehrkräften getragen werden, was bedeutet, dass der Teamgedanke noch mehr geschärft werden muss. Die von unserem Diplomsportlehrer entwickelten Bewegungskarten sind sehr gut individuell einsetzbar, sie müssen aber von allen Lehrkräften auch akzeptiert werden. Häufig ist das Durchführen der Bewegungsübungen im Treppenhaus oder auf dem Schulhof mit Lärm verbunden. Es muss darauf hingearbeitet werden, dass die Schülerinnen und Schüler insgesamt in ihrem Verhalten Lärm vermeiden.

Es hat sich gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 7 dann ein Problem haben, die Ernsthaftig- und Nachhaltigkeit von Bewegungs- und Entspannungs-übungen zu sehen, wenn diese nicht vorab theoretisch thematisiert werden. Das Konzept muss diesbezüglich sowohl auf der theoretischen als auch entsprechend praktisch umsetzbaren Ebene fundiert weiterentwickelt werden.

Es ist im Schulgebäude tabu, dass die Schülerinnen und Schüler z.B. Chips essen oder Cola trinken. Jede Lehrkraft muss sich verpflichtet fühlen, bei Bedarf ein entsprechendes Gespräch mit den Schülern zu führen. Das städtische Schulamt hat aus einem Finanztopf über „Patenschaften“ eine Summe von ca. 10.000 € zur Verfügung gestellt, sodass wir in der Lage sind, allen Klassen in regelmäßigen Abständen ein gesundes Frühstück anzubieten. Eine Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler in Hinblick auf das genaue Studieren dessen, was auf Verpackungen von Lebensmitteln und Getränken verschriftlicht ist, scheint enorm wichtig.

In Kürze muss eine sorgfältige Evaluation durchgeführt werden der bisherigen Praxis, alle Schülerinnen und Schüler nach dem „Fit und gesund“- Konzept zu unterrichten. Es werden derzeit Stimmen von Lehrkräften laut, die dieses in Einzelklassen nicht bevorzugen. Vor- und Nachteile müssen sorgfältig überprüft werden.

3. Berufs- und Studienorientierung an der TFS

Vorwort 

Unsere Arbeits- und Berufswelt ist in den letzten Jahren komplexer geworden und verändert sich laufend weiter. Daraus erwächst die Notwendigkeit Schülerinnen und Schüler auf die Berufs- und Arbeitswelt vorzubereiten und sie im Prozess ihrer Berufswahlentscheidung umfassend zu begleiten.

Die frühzeitige Orientierung in der Arbeits- und Berufswelt, die Beschäftigung mit wirtschaftlichen Themen, das Einüben der persönlichen Auseinandersetzung mit diesen Bereichen und das Erlernen von Informationsmanagement und Methodenkompetenzen in der Sekundarstufe I bilden die ideale Grundlage für die individuelle Berufswahlentscheidung in den höheren Klassen.

Daher sollten nicht nur Eltern, Lehrkräfte und die örtliche Agentur für Arbeit unsere Jugendlichen in der Entwicklung einer persönlichen und beruflichen Perspektive unterstützen, sondern alle gesellschaftlichen Kräfte. Die Kompetenzen der Lehrerinnen und Lehrer decken nicht alle notwendigen Aufgabenfelder ab, so dass Weiterbildung und Zusammenarbeit mit Betrieben und außerschulischen Institutionen erforderlich sind.

Die in diesem Zusammenhang durch die Theodor-Fliedner-Schule zu übernehmenden Aufgaben können aufgrund ihrer Vielschichtigkeit nicht von dem Fachunterricht allein, sondern erfolgreich nur fächer- und jahrgangsstufenübergreifend, projekt- und handlungsorientiert bearbeitet werden.

Die Entwicklung des fächerübergreifenden BO-Konzeptes basiert, neben den dargelegten Überlegungen, auf folgenden Grundlagen:

o    Hessisches Schulgesetz:

Verordnung zur Ausgestaltung der Bildungsgänge und Schulformen der Grundstufe (Primarstufe) und der Mittelstufe (Sekundarstufe I) und der Abschlussprüfungen in der Mittelstufe (VOBGM) vom 14. Juni 2005 (ABl. S. 438; ber. S. 579), zuletzt geändert durch Verordnung vom 20. Juni 2008 (ABl. S. 239)
Dritter Teil / Fünfter Abschnitt Gymnasium

§ 28 Aufgabenstellung in der Mittelstufe

Das Gymnasium führt in der Mittelstufe aufgrund seiner Aufgabenstellung und Gliederung nach §24 des Hessischen Schulgesetzes die Schülerinnen und Schüler zum studien-qualifizierenden Bildungsgang der gymnasialen Oberstufe hin. Die praxisbezogene Grundbildung und die Hinführung zur Arbeits- und           Wirtschaftswelt muss diese auch dazu befähigen, unmittelbar in berufsqualifizierende Bildungsgänge    einzutreten oder in andere studienqualifizierende Bildungsgänge überzutreten.

  • Verankerung der Berufsorientierung als Schwerpunkt im Schulprogramm der TFS
  • Nutzung vorhandener Ressourcen unter Berücksichtigung von Lehrkräften, räumlicher Ausstattung, Wissen und Erfahrungen der TFS als Kooperative Gesamtschule
  • Unterstützende Fachberatung auf der Grundlage von OLoV (Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit) durch das ibbW.

Konzept der Berufs- und Studienorientierung an der Theodor-Fliedner-Schule im Bereich Fordern und Fördern

Die Berufs- und Studienorientierung bildet einen Schwerpunkt im Schulprogramm der Theodor-Fliedner-Schule. Mit dem Eintritt in das Gymnasium werden die Schülerinnen und Schüler, entsprechend ihres Alters,ihrer Interessen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, an Themen aus der Arbeits- und Berufswelt herangeführt. Hierbei steht die fächerübergreifende Arbeit im Vordergrund, sodass in allen Fächern immer wieder Aufgaben gestellt und Themen behandelt werden, mit denen ein Bezug zur Arbeits- und Berufswelt hergestellt wird. Eine besondere Unterstützung und Bereicherung findet diese Thematik in dem vielfältigen Kursangebot im Rahmen des Ganztages. Die Schülerinnen und Schüler können sich entsprechend ihrer Interessen, Fähigkeiten und Fertigkeiten in ganz unterschiedliche Kurse einwählen. Bei vielen dieser Kursangebote steht das praktische Arbeiten im Vordergrund und es stellt somit eine wertvolle Ergänzung zur theoretischen Auseinandersetzung mit der Arbeits- und Berufswelt dar.

Leitlinien zur Implementierung der Berufsorientierung in der Sekundarstufe I.

1.  Die Implementierung eines fächerübergreifenden BO-Konzeptes bietet der TFS als Ganztagsschule mit offenem Konzept ein breites Spektrum an, das Lernen auf verschiedenen Ebenen anzusiedeln.

2.  Das Lernen im Rahmen der Berufsorientierung zielt auf die Wahrnehmung des Einzelnen mit seinen individuellen Stärken, Potenzialen und Interessen ab und fördert dabei die Selbstreflexion.

3.  Bausteine, die selbstständiges Lernen fördern, ermöglichen Schülern, sich eigenständig Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten anzueignen und damit die Berufswahlentscheidung eigenverantwortlich zu steuern.

4.  Neben der fachlichen Orientierung ist das Ausbilden und Trainieren der sozialen und persönlichen Schlüsselkompetenzen ein besonderer Schwerpunkt im Rahmen der Berufsorientierung.

5.  Öffnung und Kooperation der Schule zu/mit Institutionen aus der Wirtschaft, der Kultur und der außerschulischen Bildung schafft ein notwendiges Netzwerk, um den Schülerinnen und Schülern neben der beruflichen, auch lebenspraktische Orientierung zu ermöglichen.

6.  Der Prozess der Berufsorientierung wird mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam dokumentiert (z.B. Berufswahlpass).

7.  Eltern werden aktiv einbezogen sowohl im Hinblick auf die Berufswahlentscheidung ihres Kindes, als auch im Einbringen der eigenen beruflichen Qualifikationen und Potenziale.

8.  Ziele und Grundsätze der Berufsorientierung werden im Schulalltag fachbezogen und fächerübergreifend umgesetzt

  • in jahrgangsbezogenen Lehrerteams
  • in allen Jahrgangsstufen
  • für alle Schülerinnen und Schüler

unter Berücksichtigung

  • des gymnasialen Bildungsganges
  • der individuellen Lebenssituation
  • der sozialen und kulturellen Umgebung
  • des Schulstandortes
  • der wirtschaftlichen Infrastruktur

innerhalb eines Schulprogramms, das

  • für organisatorische und inhaltliche Abstimmung von Einzelmaßnahmen/Projekten sorgt
  • einen verbindlichen strukturierten Rahmen für den Übergang von Schule in Beruf oder in die gymnasiale Oberstufe schafft.

Die folgenden Themenschwerpunkte sind in den einzelnen Bausteinen des Bo-Konzeptes verankert

1.  Meine Interessen kennen lernen

Interessen und Neigungen der Schülerinnen und Schüler herausfinden, dokumentieren und fördern.

2.  Meine Kompetenzen

Fachliche, soziale und persönliche Kompetenzen herausfinden, ausbilden und fördern.

3.  Berufe von A-Z

Berufsvielfalt kennen lernen.

4.  Infos, Unterstützung und Hilfe

Kompetenzen zur Informationsbeschaffung vermitteln, Informationen und Wissen managen, Kontakte aufbauen und nutzen, entwickeln und pflegen.

5.  Wirtschafts- und Arbeitswelt erleben und verstehen

Mehr Gelegenheiten schaffen, sich innerhalb und außerhalb der Schule in verschiedenen Tätigkeiten zu erleben und authentische Erfahrungen zu sammeln.

6.  Bewerbung

Bewerbungstraining: Eine schriftliche Bewerbungsmappe erstellen, ein Bewerbungsgespräch führen und den eigenen Bewerbungsprozess planen und überwachen.

7.  Elternarbeit

Mitarbeit der Eltern gezielt einfordern, Potenziale der Eltern nutzen.

8.  Lebenswelt- und arbeitsweltbezogener Unterricht

Unterricht mit dem Praxisbezug aus Wirtschafts- und Arbeitsleben verbinden.

Konzept- und Arbeitsplan

Zu jedem der oben aufgeführten Themenschwerpunkte werden Bausteine für alle Jahrgangsstufen der Sekundarstufe I entwickelt. Es wird darauf geachtet, dass sie größtenteils in den regulären Unterricht eingebaut werden können.

Für jede Jahrgangsstufe wird ein Konzeptplan erstellt, der für Übersichtlichkeit und Transparenz im Berufswahlprozess sorgt. Der Konzeptplan zeigt, welche Bausteine in welcher Jahrgangsstufe jeweils durchgeführt werden.

Kurze und prägnante Beschreibungen der einzelnen Bausteine geben Hinweise für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung.

Zu jeder Beschreibung eines Bausteins gehört auch die Angabe von Ressourcen und Arbeitsmaterial. Zudem finden sich Querverweise zu innerschulischen Verantwortlichkeiten und außerschulischen Kooperationspartnern.

Projekttag „Studien- und Berufsorientierung“

Ein wichtiger Baustein im Rahmen der Studien- und Berufsorientierung ist der Projekttag Berufsorientierung, der in jedem Schuljahr für alle Jahrgangsstufen verbindlich durchgeführt wird. An diesem Tag beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler unter Aufsicht aller Lehrkräfte mit einem ausgewählten Thema zur Berufs- und Studienorientierung. Nach mehrmaliger Durchführung und Evaluation dieses Projekttages wurden für die einzelnen Jahrgangsstufen folgende Projekte vereinbart:

Jahrgang 5 – Besichtigung eines landwirtschaftlichen Betriebes unter dem Beobachtungsaspekt der Produktion

Jahrgang 6 – Betriebe erkunden oder Erkundung des Wirtschaftsraums „Bierstadt“

Jahrgang 7 – Elterninterviews – Lebensläufe und Berufe der Eltern kennen lernen

Jahrgang 8 – Bewerbungstraining mit außerschulischen Experten

Jahrgang 9 – Auswertung des Betriebspraktikums und Vorbereitung einer Praktikumsbörse

E-Phase – Beratungsangebote der Agentur für Arbeit kennen lernen – Interviews mit Schulabgängern und Studenten

Q-Phase – Projekte unter besonderer Berücksichtigung der gewählten Leistungskurse

Betriebspraktikum

An der TFS führen die Schülerinnen und Schüler in der Jahrgangsstufe 9 ein zweiwöchiges Betriebspraktikum durch. Dieses Praktikum wird von der Klassenlehrerin/dem Klassenlehrer in Kooperation mit den Fachlehrern der Fächer Poltitik- und Wirtschaft und Deutsch vorbereitet, betreut und ausgewertet.

Auf der Grundlage eines neuen Erlasses in 07/2015 wird im laufenden Schuljahr 2015/16 ein Konzept zur Durchführung eines zweiten zweiwöchigen Betriebspraktikums in der E-Phase erarbeitet.

4. Fordern und fördern

Mit Beginn dieses Schuljahres 2009/10 sind wir in das Ganztagsprogramm aufgenommen worden. Derzeit sind wir eine Schule mit pädagogischer Nachmittagsbetreuung. Wir streben allerdings in naher Zukunft an, Ganztagsschule in offener Form zu werden, weil uns damit noch größere Möglichkeiten gegeben sind, unser Förderkonzept zu verwirklichen.

Eine ganztägig arbeitende Schule bietet Schülerinnen und Schülern eine ergänzende Förderung und ein verlässliches Bildungs- und Betreuungsangebot an. Wir bieten von montags bis donnerstags eine Hausaufgabenbetreuung an sowie kostenlose Förderkurse in Englisch, Deutsch und Mathematik. Darüber hinaus haben die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, ihre Latein- und Französischkenntnisse zu vertiefen bzw. freiwillig die spanische und japanische Sprache zu erlernen. Ihr logisches Denken kann z.B. in einer Schach-AG geschult werden. In all diesen Zusatzangeboten sollen sie in der Entwicklung ihrer Talente und Interessen ermutigt und in ihrer Persönlichkeit gestärkt werden. Dabei ist es wichtig, dass der Bildungshorizont der Schülerinnen und Schüler erweitert wird.

Wir legen sehr großen Wert darauf, jede einzelne Schülerin und jeden Schüler über das reguläre Unterrichtsangebot hinaus in ihren bzw. seinen Fähigkeiten zu fördern und zu fordern. Dies ist einer unserer Schulprogrammschwerpunkte. Wir zielen darauf ab, möglichst früh Stärken und Schwächen unserer Schülerinnen und Schüler zu diagnostizieren und diesen in differenzierten Lernangeboten im Unterricht und in Arbeitsgemeinschaften zu begegnen. Die Kinder haben im Unterricht und in freiwilligen Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag die Möglichkeit, ihre kreativen, sprachlichen, künstlerischen, musischen und sportlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vertiefen. Das Angebotskonzept der Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag enthält eine ausgewogene Mischung aus Bildungs-, Förder-, Betreuungs- und Sportangeboten. Ihre Talente zu entdecken, ihr Wissen und ihre Kompetenzen zu schulen, das ist unser Ziel. In dieser Hinsicht profitieren wir in pädagogischer und methodischer Hinsicht sehr von unseren Erfahrungen, die wir jahrzehntelang in der Kooperativen Gesamtschule sammeln konnten. Wir streben an, dass möglichst alle Schülerinnen und Schüler das Klassenziel erreichen. Um diesem Ziel gerecht werden zu können, werden Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern von Anfang an intensiv beraten. Das Ergebnis wird in individuellen Förderplänen festgehalten. Ein Schulformwechsel wird in enger Kooperation mit den Eltern nur dann empfohlen, wenn dieser für die persönliche Entwicklung eines Kindes von Vorteil bzw. unabdingbar ist. Unser pädagogisches Prinzip ist es jedoch, niemanden verlieren zu wollen, sondern einzelnen mit ihren besonderen Lernvoraussetzungen so zu begegnen, dass optimale Lernprozesse stattfinden.

Anstatt zu selektieren sehen es die Lehrkräfte der Theodor-Fliedner-Schule als ihre Aufgabe an, die Stärken und Schwächen einzelner frühzeitig zu erkennen und die Schülerinnen und Schüler zu motivieren. Im Vordergrund steht die Persönlichkeit jedes einzelnen, der in seiner kognitiven, emotionalen und sozialen Entwicklung unterstützt wird. Der Entwicklungsstand des einzelnen Schülers wird frühzeitig individuell betrachtet und es wird flexibel auf unterschiedliche Begabungen bzw. Stärken und Schwächen reagiert.

Die Stärken werden hervorgehoben und weiter gefördert. Die Schwächen werden frühzeitig diagnostiziert und neue Lösungswege werden aufgezeigt. Besonderen Wert wird auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Eltern, Schülern und Lehrern gelegt. Gemeinsam werden Lösungswege besprochen und gefunden. Eltern und Schülerinnen/Schüler werden mit ihren Problemen nicht allein gelassen.

Zudem besteht für alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, an Schülerwettbewerben, die in den Amtsblättern veröffentlicht werden, teilzunehmen. Diese werden neben Raum 117 (Verwaltungsbereich) ausgehängt und können dort von jedem zur Kenntnis genommen werden. Interessierte Schülerinnen und Schülern suchen sich für die Ausführung des Projektes eine entsprechende Lehrkraft, welche für die Umsetzung verantwortlich ist.

Des Weiteren werden ältere Schülerinnen und Schüler  bei Lernproblemen nach Rücksprache als Lernpaten eingesetzt mit dem Ziel, Jüngeren bei Lernschwierigkeiten zu helfen. Hierbei ist es möglich, die Partnerklassen[1] helfend einzusetzen. Die Klassenlehrkräfte der Partnerklassen koordinieren dies bei Bedarf. Ein positiver Aspekt dieser Methode ist, dass sich der Kontakt zwischen den beiden Schulklassen intensiviert.

In Förderkursen (z.B. Deutsch-Intensivkurs, Förderkurse in Deutsch, Englisch und Mathematik) werden Defizite ausgeglichen, was auch gleichermaßen der Stärkung des Selbstbewusstseins und Selbstwertgefühls dient.

In der Hausaufgabenbetreuung erhalten die Schüler Unterstützung von kompetenten Lehrkräften.

Anhand eines Selbsteinschätzungsbogens werden die Schülerinnen und Schüler darin geschult, ihre Defizite zu reflektieren. Im Anschluss werden ihnen Lösungswege aufgezeigt, sodass sie an verschiedenen Maßnahmen zur Überwindung ihrer Schwächen arbeiten können. In diesen Prozess werden die Erziehungsberechtigten unterstützend einbezogen.

Für Schülerinnen und Schüler mit nicht ausreichenden Leistungen werden individuelle Förderpläne erstellt, in denen sowohl die Stärken der Schülerinnen und Schüler aufgelistet sind als auch ihre Defizite und die eingeleiteten Maßnahmen.

(Verantwortlich für die schriftliche Vorlage: Frau Franze, Frau Petersen)


[1] Schülerinnen und Schüler, die neu an die Theodor-Fliedner-Schule kommen, werden in ihrer Klasse über einen längeren Zeitraum hinweg von Schülerinnen und Schülern einer älteren Klasse betreut.