Latein

DSC_1134Was ist Latein?

„Der Redner erweckte ohne Affekte das Interesse der Zuhörer an legalen Emissionen von Abgasen.“

Allein in diesem Satz – entnommen einem Zeitungsartikel aus der FAZ – sind vier Fremdwörter enthalten, die sich auf lateinische Wurzeln zurückführen lassen:

  • affectus – Gefühl
  • interesse – teilnehmen
  • lex – Gesetz
  • emittere – herausschicken.

„The family stays in the mountains for the summer vacation.“

Auch hier lassen sich vier lateinische Wurzeln finden:

  • familia – Familie
  • stare – stehen
  • mons – Berg
  • vacare – frei sein.

Latein ist also keine tote Sprache, sondern lebt fort in Fremdwörtern und auch in der englischen Sprache (etwa 50-60 % des Wortschatzes haben lateinische Wurzeln und lassen sich so leicht ableiten). Natürlich gilt dies auch für alle romanischen Sprachen (Italienisch, Französisch, Spanisch. Portugiesisch, Rumänisch). Latein ist also die Basissprache Europas. Das liegt daran, dass die Römer vor fast 2000 Jahren fast ganz Europa beherrscht haben. Jeder, der Asterix gelesen hat, weiß das.

Wozu Latein?

Niemand, der jemals Latein gelernt hat, wird es bestreiten: Latein lehrt …

  • Fremdsprachen (als Muttersprache Europas)
  • wie Sprache funktioniert (grammatische Schulung und Sprachverständnis der deutschen Sprache)
  • Ausdrucksvermögen (z. B. Fremdwörter verstehen und richtig anwenden können)
  • Genauigkeit („Jede Endung zählt!“)
  • Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer (intensive Beschäftigung mit Texten)
  • problemlösendes Denken (durch die logische Gesetzmäßigkeit der Sprache)
  • Teamfähigkeit (denn wir sind eine kleine Gemeinschaft, die miteinander arbeitet)
  • Allgemeinbildung (Fachbegriffe, Redenswendungen wie z. B. „Sisyphusarbeit“ verstehen)
  • das Latinum (Zusatzqualifikation für zahlreiche Studiengänge)

IMG_4171Wie machen wir Latein?

Latein wird an der TFS als zweite Fremdsprache unterrichtet und ist ein Hauptfach. Der Unterricht findet in den Klassenstufen 6 und 7 fünfstündig, ab dem Jahrgang 8 dreistündig statt. Die Kursgröße umfasst durchschnittlich 20 Schüler(innen), dadurch ist ein sehr schülerorientiertes und offenes Unterrichten möglich. Zudem findet der Lateinunterricht in einem eigenen Lateinraum statt, in dem Arbeitsmaterialien (z.B. Modelle, Karten usw.) immer verfügbar sind.
Als Grundlage des Unterrichts dient das moderne Unterrichtswerk „Cursus“ Ausgabe A. Das Buch enthält neben zahlreichen und vor allem abwechslungsreichen Übungen bereits ab der ersten Lektion zusammenhängende lateinische Texte. Deren Inhalte „wachsen“ sozusagen mit den Schülern und Schülerinnen und ihrer Lebenswirklichkeit mit: Wird anfangs römisches Alltagsleben eingebunden in die Liebesbeziehung eines römischen Jungen zu einem römischen Mädchen behandelt, so folgen dann die Beschäftigung mit römischer Geschichte aufgelockert durch viele Sagen und schließlich philosophische Themen, die zur intensiven Reflexion des eigenen Seins und Handelns anregen.
Die verwendeten Unterrichtsmethoden sind abwechslungsreich und schülerzentriert: Mit Arbeitsblättern werden grammatikalische Inhalte selbstständig erschlossen. Die Arbeit an Stationen dient oft der Festigung bereits gelernter Inhalte und schult zudem die Eigenständigkeit. Einige Lektionstexte bieten sich zudem für Rollenspiele an. Nach Möglichkeit findet Erarbeitung auch in Partner- und Gruppenarbeit statt. Die dabei erzielten Ergebnisse werden oft von den Schülern selbst der Lerngruppe präsentiert.

In jeder Klassenstufe werden projektorientierte Exkursionen durchgeführt: So besuchen wir z. B. in der Jahrgangsstufe 6 das rekonstruierte Limeskastell in Pohl, fahren zu aktuellen Ausstellungen, die das Leben der Römer zum Thema haben, und statten der Römerstadt Trier einen zweitägigen Besuch ab.

Zurzeit wird Latein an der TFS von vier Kollegen/innen unterrichtet: Frau Hinderberger, Frau Lahme, Frau Matthees-Hadeler und Herrn Sarumbo.

Wer kann Latein?

Im Lateinunterricht wird vorwiegend Deutsch gesprochen. Die Schülerinnen und Schüler müssen also Latein nicht frei sprechen oder schreiben können. Vielmehr wird auf eine analytische Betrachtung der Sprache Wert gelegt.
Latein erfordert…

  • logisches Denkvermögen: Oft wird gesagt: „Wer gut Mathematik kann, kann auch gut Latein.“ Das muss zwar nicht sein, trifft aber durchaus häufig zu.
  • Freude am Rätseln: Ein gewisses Durchhaltevermögen und Ausdauer beim Übersetzen sind hilfreich.
  • die Bereitschaft zum Lernen: Wie in allen anderen Sprachen auch sind regelmäßig Vokabeln zu lernen und man beschäftigt sich mit der überaus nützlichen, aber nicht immer so appetitlichen Grammatik.
  • Interesse an Geschichte und Geschichten: Wer Freude an Sagen und einer fremden, alten Kultur hat, wird im Lateinunterricht sicher viel Neues und Interessantes erfahren.