Darstellendes Spiel

DS Q1 Leseprobe Okt 2015, Poessnecker
Bei der Leseprobe im Kurs DS-Q1 Poessnecker. Erarbeitet wird das Stück „Florentines Weg zur besseren Hälfte“ Die geplante Premiere findet im Juni 2016 statt.

Das Darstellende Spiel hat im letzten Jahrzehnt wesentlich an Bedeutung in den Schulen unseres Landes gewonnen. Theaterpädagogik als spielorientiertes Arbeits- und Unterrichtsverfahren wurde aus dem außerunterrichtlichen Bereich gelöst und hat nun erfolgreich neben den Fächern Kunst und Musik auch in unserer gymnasialen Oberstufe der Theodor-Fliedner-Schule eine neue Heimat gefunden. Die besondere Faszination, die die Kunst des Schauspiels auf ein Publikum ausüben kann, will aber auch erworben sein. Man darf es wirklich nicht bescheidener sagen, es geht um die Eroberung neuer, unbekannter Räume: Um schließlich das Gelernte im Präsentieren vor Publikum lustvoll vorzustellen. Im Darstellenden Spiel geht es um die schauspielerische Arbeit, Dramaturgie, die Theatergeschichte und die Theorie des Theaters. Ganz im Mittelpunkt des unterrichtlichen Tuns steht aber das große Aufführungsprojekt, das gemeinsame Theaterstück. Nur hier erfahren sich die Mitspielenden als Ausführende und Aufführende zugleich. Im Theaterspiel der Aufführung werden unsere Schülerinnen und Schüler schließlich zu künstlerisch produktiv Tätigen. Und je mehr und umfassender virtuelle Welten nicht nur junge Menschen von real praktischem Handeln abhalten, umso wichtiger wird auch in der Schule das aktive, mitmenschliche Handeln und das spielerische Tun zusammen mit den anderen Mitspielerinnen und Mitspielern.

DS Q1 Gruppe Freitag, Poess 2015.jpg
Aus der Distanz von Kunst und sozialer Realität, welche immer auch eine ästhetische Distanz ist, begründet sich die Pflicht, ästhetische Bildung sehr ernst zu nehmen. Manchmal wird aber auch gealbert und gelacht. Das Foto zeigt auf unserer Schulbühne nur einen Teil der Q1 – Darsteller.

Die Kunst des Schultheaters zielt mit ihren Eigenproduktionen ganz selbstverständlich auf eine Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit, aber als handlungsorientierte, künstlerische, nach theatralem Ausdruck strebende Gestaltungsform braucht das Theaterspiel zugleich auch die lebensbejahende Ausgelassenheit, Lockerheit und nur gelegentlich etwas schulmeisterliche Strenge.

Das Theaterspiel in der Theodor-Fliedner-Schule ist ein gemeinsamer, kreativer Prozess für junge, schöpferische Entdecker. Mit Sprache, Gestik und Mimik, mit Mut, Freude und Motivation wird etwas Neues erfunden werden. Und hierbei ist uns der schulische Arbeitsprozess letztlich fast so wichtig wie das künstlerische Produkt.

An der Theodor-Fliedner-Schule unterrichten Frau Heike Schmidt und die Herren Reinhardt Grätz und Ulrich Poessnecker das Fach des Theaterspielens.

(U. Poessnecker)