Informationen der Schulleiterin Frau Petersen zum aktuellen Stand – 24.04.2020

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern und Erziehungsberechtigte!

die Osterferien liegen nun hinter uns und ich hoffe sehr, dass Ihr Schülerinnen und Schüler euch gemeinsam mit Ihnen, liebe Eltern, trotz aller Herausforderungen, die an uns in dieser schwierigen Zeit gestellt werden, erholen konntet. Wie sehr habt Ihr Schülerinnen und Schüler euch bislang über jeden freien Unterrichtstag oder gar eine ausgefallene Unterrichtsstunde gefreut. Ich gehe davon aus, dass Ihr euch inzwischen sehr darauf freut, irgendwann in der nächsten Zukunft wieder in die Schule gehen zu dürfen! So ändern sich die Zeiten. Sie, liebe Eltern, sind ganz besonders gefordert: Neben Haushalt und Beruf haben Sie nun auch noch die Sorge, dass Ihr Kind Arbeitsaufträge, die auf der Lernplattform hinterlegt sind, gewissenhaft und korrekt bearbeitet. Für manche von Ihnen haben sich Fragen ergeben, andere haben konstruktive Verbesserungsvorschläge für das „Lernen zu Hause“ gemacht und diese unserer Elternbeiratsvorsitzenden Frau Trexler mitgeteilt. Diese hat daraufhin eine Umfrage gestartet, an der sich 120 Eltern beteiligt haben. Vielen herzlichen Dank für Ihr Engagement, liebe Eltern. Unsere Aufgabenfeldleiter haben gemeinsam mit Frau Trexler die Umfrage ausgewertet und damit die in den drei Wochen vor Beginn der Osterferien gesammelten Erfahrungen im Homeschooling. Um die Arbeit mit der Lernplattform zu erleichtern, wurde diese ein wenig umstrukturiert dahingehend, dass ein einheitliches Vorgehen ab 27.04.2020 verbindlich ist.

Inzwischen wissen wir aus einem Brief unseres Kultusministers Herrn Prof. Dr. Lorz, datiert vom 17. April 2020, dass der Schulbetrieb in Hessen nach den Osternferien noch eine weitere Woche ausgesetzt wurde und dann schrittweise aufgenommen werden soll. Ab dem 27.04.2020 beginnt der Unterricht für die Schülerinnen und Schüler der Q2. Wir werden euch Schülerinnen und Schüler und Sie, liebe Eltern, immer zeitnah informieren. Bitte werfen Sie regelmäßig einen Blick auf unsere Homepage. Unsere Abiturientinnen und Abiturienten erscheinen nur noch zu ihren mündlichen Prüfungen, sie erhalten von unserer Studienleiterin Frau Heckmann regelmäßig die Informationen, die sie benötigen.

Sobald uns weitere Informationen vorliegen, leite ich diese umgehend an Sie, liebe Eltern, und Ihre Kinder weiter.

Für die Wiederaufnahme des Schulbetriebs gibt es verschiedene Eckpfeiler, die ich nachfolgend grob skizziere:

  • Zwischen den Schülerinnen und Schülern sollte in alle Richtungen ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Die Gruppengröße soll in der Regel 15 Schülerinnen und Schüler nicht übersteigen. Wie wir das genau organisieren, erfahren die Schülerinnen und Schüler vor der Wiederaufnahme ihres Unterrichts in der Theodor-Fliedner-Schule.
  • Der Unterricht sollte in der Regel einen Umfang von mindestens 20 Wochenstunden umfassen, auch hier werden wir rechtzeitig darüber informieren, welche Stundenplananpassungen wir vornehmen.
  • Weiter heißt es in dem Ministerschreiben: „Im Rahmen der vorhandenen Personal- und Raumkapazitäten können zudem sogenannte Präsenztage in jeder Woche vorgesehen werden, an denen Unterricht erfolgt und zusätzliche Arbeitsaufträge für andere Tage, die die Schülerinnen und Schüler nicht in der Schule verbringen, verteilt werden.“
  • Was die Übergänge in höhere Jahrgangsstufen bzw. was Versetzungen betrifft, so heißt es: „Werden die Versetzungsbedingungen in diesem Schuljahr nicht erfüllt, erfolgt trotzdem ein Aufrücken in die höhere Jahrgangsstufe. In den Fällen, in denen der vor der Zeit der Schulschließungen gezeigte Leistungsstand der Schülerin oder des Schülers eine erfolgreiche Mitarbeit in der nächsthöheren Jahrgangsstufe nicht erwarten lässt, sollen die Eltern beraten und auf die Möglichkeit der freiwilligen Wiederholung hingewiesen werden“.

Das heißt im Klartext: Jede Schülerin und jeder Schüler unserer Schule wird am Ende des Schuljahres 2019/20 versetzt. Darüber werden sich besonders diejenigen unter euch freuen, die im 1. Halbjahr und bis zur Schließung der Schulen keine ausreichenden Leistungen erbracht haben. Ich gebe aber Folgendes sehr zu bedenken: Aus meiner jahrelangen Erfahrung als Lehrerin und Schulleiterin weiß ich, dass sich das Lernen in der Schule dann schwierig gestaltet, wenn Lücken vorhanden sind. Die Freude über die Versetzung könnte aus diesem Grund ggf. nur von kurzer Dauer sein und im nächsten Schuljahr habt ihr mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Deshalb bitte ich Sie, die Eltern der entsprechenden Schülerinnen und Schüler, dass Sie die Beratungen der Lehrkräfte, die Ihrem Kind eine freiwillige Wiederholung des Schuljahres dringend empfehlen, sehr ernst nehmen. Den Antrag hätten Sie heute abgeben müssen. Sollten Sie sich in den nächsten Tagen noch für den freiwilligen Rücktritt Ihres Kindes entscheiden, reichen Sie bitte den entsprechenden Antrag möglicht zeitnah ein. Unsere Lehrkräfte tauschen sich zum Wohle eines jeden Schülers/einer jeden Schülerin sehr intensiv im Team aus: Sollten Sie von der Klassenlehrkratt dahingehend beraten werden, dass Ihr Kind im gymnasialen Bildungsgang überfordert ist, weshalb der Wechsel in eine Realschule als sinnvoll erachtet wird, dann nehmen Sie bitte auch diese Beratung sehr ernst. Bei der Suche nach einer geeigneten Realschule stehe ich unterstützend gern zur Verfügung.

  • Bewertung der unterrichtsersetzenden Lernsituationen: Nach Wiederaufnahme des Unterrichtsbetriebs darf – so heißt es im Schreiben des Kultusministers – „keine Bewertung des Wissens und der Kompetenzen, die sich Schülerinnen und Schüler in der Zeit der Freistellung vom Unterricht angeeignet haben, im Sinne einer Leistungsbewertung gemäß § 73 HSchG erfolgen“. Wir alle sind auf diese außergewöhnliche Zeit nicht vorbereitet. Ich bin sehr froh, dass wir bereits am ersten Tag des „Lernens zu Hause“ die Lernplattform anbieten konnten. Natürlich mussten sich alle – sowohl Lernende als auch Lehrende – daran gewöhnen. Da es zu diesem Zeitpunkt keine Vorgaben gab (weder vom Ministerium noch von mir, der Schulleiterin) haben einige Lehrkräfte den Schülerinnen und Schülern mitgeteilt, dass der vermittelte Lernstoff bewertet wird. Jetzt wissen wir alle, dass dies nicht so ist. ABER: Das soll und darf nicht heißen, liebe Schülerinnen und Schüler, dass ihr euch ab jetzt weniger anstrengt. Nach Wiederaufnahme des Unterrichts werden eure Lehrerinnen und Lehrer eure Lernstände ermitteln und den Lernstoff, den ihr nun von zu Hause aus erarbeitet, aufgreifen und vertiefen. Nach geraumer Zeit kann dann in der Schule selbstverständlich eine Leistungsüberprüfung stattfinden. Nutzt diese Zeit auf jeden Fall, um Lernstoff zu wiederholen.
  • Schulfahrten, Unterrichtsgänge und Betriebspraktika können laut Aussage des Kultusministers bis zum Beginn der Herbstferien nicht stattfinden. „Auch Betriebspraktika, Wanderungen, Exkursionen und der Besuch außerschulischer Lernorte entfallen in dieser Zeit, damit sich die Schulen in den ersten Wochen nach den Sommerferien voll auf den Unterricht und ggf. die Kompensation von ausgefallenem Lernstoff konzentrieren können. Es gelten die bereits kommunizierten Regelungen zur Kostenübernahme durch das Land. Angesichts des noch unklaren weiteren Pandemieverlaufs sollen Schulen zudem bis auf Weiteres keine Neubuchungen von Klassenfahrten außerhalb Deutschlands für das Schuljahr 2020/21 vornehmen“.

 

Abschließend grüße ich euch, liebe Schülerinnen und Schüler, und Sie, liebe Eltern, recht herzlich. Wie sehr wünsche ich mir ein baldiges Wiedersehen aller in unserer Schulgemeinde. Bleibt/ Bleiben Sie bis dahin gesund und munter!

Eure/ Ihre Schulleiterin

Karin Petersen