Ein „theatraler“ Raum für Darstellendes Spiel

 

Theater transportiert Bedeutung. Theater ist ein Zusammenwirken verschiedener Ausdrucksträger. So nimmt neben den spielenden Schülerinnen und Schülern besonders der Raum Einfluss auf die Wirkung.

Daher war es der Fachschaft Darstellendes Spiel mit dem Bezug des Neubaus ein besonderes Anliegen, den neugewonnenen Fachraum in eine Spielfläche zu verwandeln, die nicht nur den Fachunterricht aufwertet, sondern auch „Werkstattaufführungen“ an neuer Spielstätte ermöglicht.

Gemeinsam mit der Firma Zörb wurde der Plan bereits im vergangenen Jahr konkretisiert. Dank der finanziellen Unterstützung von Sponsoren wie dem Ortsbeirat Bierstadt, die BB-Bank, die Fraport, die Naspa und das Fachreferat 1.4 des HKM konnte unser Förderverein das 9000 € teure Projekt nun verwirklichen. An dieser Stelle möchten wir uns nochmals für die Spenden bedanken.

Das Vorhangsystem wurde am Donnerstag, den 31. Oktober 2019 feierlich in unserem Fachraum Darstellendes Spiel eingeweiht. Alle Beteiligten konnten sich von der Wirkung eines nur scheinbar schlichten schwarzen Vorhangs überzeugen, indem der Raum dank des neuen Systems verdunkelt wurde.

Mit der Neugestaltung des Fachraumes gelingt es, die Bühnenpräsenz aller zu steigern. Dank des Vorhangs liegt der Fokus stärker auf unseren Schülerinnen und Schülern, so dass sie sich in ihrem Spiel ernst genommen fühlen.

Ein besonderer Dank geht an unseren Förderverein, der unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ solche Projekte erst ermöglicht.

Faust I in der TFS

Am 30. Oktober  spielte Ekkehart Voigt vom ALS-OB-Theater den Faust I in der neuen Aula der Theodor-Fliedner- Schule vor 72 Schülerinnen und Schülern der Q3.

Es gelingt dem Theatermacher in 90 Minuten, den Faust I, der zur Pflichtlektüre in der Oberstufe gehört und für das Abitur prüfungsrelevant ist, spannend und lebendig darzustellen.

Mephisto, Faust, Gretchen, Marthe und Gott erwachen zum Leben und werden vom Hexenmeister geschickt in Szene gesetzt und kommentiert.

 

In dem anschließenden Publikumsgespräch wird ein Bezug zum Leben der Schülerinnen und Schüler hergestellt, was in der Äußerung einer Schülerin „Jetzt habe ich den Faust verstanden“ zum Ausdruck kommt.

 

„An der Schule für Höhere Teufelei ist Goethes FAUST Lehrstück. Anhand dieses Meisterwerkes werden die Aspiranten in die Kunst der Menschenführung eingeweiht. Hier lernen sie, wie Menschen ticken. Manipulation und Entfachen von Gier sind Grundlagen für die gehobene Teufelslaufbahn.“

Aus: http://www.theater-hessen.de/index.php/theateralsob/theateralsob-repertoire/theateralsob-faust

Weimarer Kulturexpress in der Theodor-Fliedner-Schule

„Mobbing“ – kein schönes Thema, eher abschreckend. Aber leider häufig Realität im Alltag, auch schon von Kindern und Jugendlichen. Gespannt beobachteten die Schülerinnen und Schüler aller 6. Klassen das Geschehen des gleichnamigen Theaterstücks auf der Bühne des „Infos“. Von Weimar angereist waren in diesem Jahr zwei Schauspielerinnen der dortigen Bühne, um am 9.2.15 – wie jedes Jahr – für alle Sechstklässler ein Schauspiel darzubieten.

Zum Inhalt:

Zwei etwa 15-jährige Schülerinnen in einer neu zusammengestellten Klasse, die unterschiedlicher nicht sein könnten, werden in ihrem Kleinkrieg vorgeführt. Die eine strebsam und zurückhaltend, die andere quirlig und mit großer Klappe. Da sie auch noch nebeneinander sitzen, wird die Situation immer problematischer und eskaliert. Das „Opfer“ wird durch Cybermobbing und anonyme Anrufe sowie Ausgrenzung aus der Klasse psychisch und körperlich krank. Im Theaterstück geht das gut aus. Die scheinbar Überlegene kann von der Gepeinigten als Anstifterin des Terrors zufällig überführt werden. Auch die Klassengruppe hatte sich von der Großmäuligen gern vereinnahmen lassen und kräftig mitgemischt beim Versuch, die Gleichaltrige fertigzumachen. Das alles wird offenbar zum Ende des Stückes – ebenso wie die Tatsache, dass die Mobberin mit ihrer präzise geplanten Hetze gegen ihre Tischnachbarin ziemlich viele eigene Probleme hat. Und es geht glimpflich aus durch die Androhung des Opfers, mit allen nun vorliegenden offenen Beweisen zur Polizei zu gehen.

Großer Beifall am Schluss von den Zuschauern für die authentische Darstellung einer zumindest in Ansätzen fast jedem bekannte Situation. Viele Fragen am Ende an die Schauspielerinnen nach Lösungsmöglichkeiten – und gemeinsames Nachdenken darüber, wie so etwas beendet werden kann. „Miteinander reden“, sich jemandem anvertrauen und nicht still duldend schweigen, das war das Fazit des Gesprächs mit den beiden Protagonisten. Oft ist ein Alleingang nämlich höchst gefährlich – wie zu sehen war. Und Hilfe gibt es überall: bei den Eltern, Freundinnen und Freunden, Lehrern, bei Organisationen, dem Sorgentelefon, der Polizei zum Beispiel.

Und noch eins: Gruppendruck gibt es. Aber jede Gruppe besteht aus Einzelnen. Und wenn jeder Einzelne seinen eigenen Verstand einschaltet und selbst denkt, dann kann doch so eine einzelne miese Intrigantin oder ein sich selbst ernannter menschenverachtender Führer keinen Druck mehr ausüben. Wer einfach nur mitmacht beim Fertigmachen, der ist genauso kriminell wie der Anführer! Und: Von welchen eigenen Problemen oder Schwächen will die oder der denn ablenken? Denn eklige und hinterlistige Schwächlinge sind die, die auf anderen rumhacken und sie mobben – ein kluger und starker Mensch hat das nicht nötig.

Von dieser Botschaft der beiden sympathischen Schauspielerinnen gestärkt, gingen die Sechstklässler zurück in ihre Klassen mit dem  Bewusstsein, stark zu  sein und Hilfe zu suchen , kann in solchen schwierigen Situationen überlebenswichtig sein – und schließt sich gegenseitig nicht aus!

(Regina Heinz)