Handschriftlicher Sieg der Liebe

Liebesbriefe bringen die einen zum Kichern, die anderen zum Schwärmen, je nach Klassenstufe. Manche machen sie zu Siegerinnen: Victoria Hug und Emily Wlochowitz (beide 8c) haben beim hessischen Wettbewerb zum „Tag der Handschrift“ mit dem Thema „Liebesbriefe“ gewonnen. Ja, mit einem per Hand geschriebenen Brief! Obwohl einer der häufigsten Sätze in unseren Klassenzimmern lautet: „Müssen wir das schriftlich machen?“

Die Stiftung Handschrift hatte zu dem Wettbewerb aufgerufen, um die Bedeutung der Handschrift  für uns – doch meist tippende Menschen – ins Bewusstsein zu rufen. Diesem Ruf war die Klasse 8c im Deutschunterricht (Fr. Venn) gefolgt und 28 junge Menschen haben während einer Schulstunde wunderbare Liebesbriefe verfasst – manche kichernd, manche schwärmend; und unsere beiden Siegerinnen auch mit liebevollem Ernst. „Eigentlich denkt man viel zu wenig nach, wie besonders Du bist“, schreibt Victoria etwa in ihrem Liebesbrief an die Welt, die sie „so vielfältig und einfach unbeschreiblich“ findet, obwohl die 13-Jährige diese Welt in ihrem Brief ganz wunderbar beschreiben kann. „Dieser Brief ist an Dich“, schreibt Emily, und wendet sich eine ganze handgeschriebene Seite lang an dieses „Dich“, stellvertretend für ihre Mitmenschen generell, die sie in ihrem Liebesbrief ermutigt, sie selbst zu sein und die Freude der Gemeinsamkeit zu empfinden.

Die Gemeinschaft der Theodor-Fliedner-Schule jedenfalls freut sich sehr für die beiden Autorinnen, ist stolz auf sie und beeindruckt: Handschriftlich! Liebesbriefe!

Herzlichen! Glückwunsch!

 

Angenehme Alliterationen

Deutschstunde in der 7c an einem regnerischen Morgen.
Schülerinnen und Schüler – und Lehrerin – träumen von besserem Wetter, Sonne, Eis, frischen Früchten…stattdessen geht es um Alliterationen. Die Lehrerin erinnert sich an einen Sketch von Heinz Erhardt, bei dem alle Worte mit „g“ gesprochen werden:  „Getränk gefällig? Genialer Gedanke – gerade Gewürzgurke gegessen“, herrlich (hier der lohnende Link: https://youtu.be/CNgXH605b-s). Warum sollen Schülerinnen und Schüler nicht von Heinz Erhardt lernen, wenn auch in schwarz-weiß? Also zeigt die Lehrerin den Sketch von 1968, über den 2018 selbst die Digital Natives lachen können. Und diese schreiben dann selbst  „Alliterations-Sketche“ und führen sie auf, trotz abwesender Sonne mit strahlenden Gesichtern. Dies sind beispielhaft zwei Ergebnisse aus Erhardts Unterrichtsstunde:

Buchstabe „e“ (von Jana Ernst, Viktoria Hug, Lea Knechtel)

 

„Eiscafé Elfe“   (Buchstabe „e“ , von Jana Ernst, Viktoria Hug, Lea Knechtel)

 

Emma (Viktoria): Ein einfaches Erdbeereis.

Emilia (Jana): Emma, ekelhaft!

Lea (Lea): Eintreten, Eiscafé Elfe…

Emma: Emilia, eintreten!

Lea: Einen erfrischenden, eiskalten Erdbeershake?

Emma und Emilia: Eleganter Einfall!

Emma: Ebenfalls Erdbeereis?

Lea und Emilia: Ekelerregend!

Emma (kleinlaut): Entschuldigung.

Lea: Einmal ein Erdbeershake, ebenso ein Erdbeereis.

Emma (zeigt aus dem Fenster): Ein entlaufener Elefant!

Lea: Empörend!

Emilia: Einfangen!

(alle drei rennen hinterher)

Alle: Ei, ei, ei, ei.

Ende

 

Buchstabe „m“ (von Elena Kreis, Annika Krüger-Lorenzen, Katharina Lüttgen)

 

„Mittagsmahl“

Mala: Moin! Morgen machen mer Möhrchen mit Mangomilch.

Marc: Mmmmmh, mächtig!

Mia: Mala mag mehr Maultaschen!

Mala: Mag Marc Maultaschen?

Mia: Man munkelt.

Marc: Morgen machen mer Melonen-Maultaschen, mit Möhrchen-Mangomilch.

(Mittagessen)

Mala:  Mein Magen macht mächtig merkwürdiges Miauen.

Mia: Meiner macht mit.

Marc: Mensch! Melonen-Maultaschen mit Möhrchen-Mangomilch mag man!

Mala und Mia: Mmmmm, manchmal.

Marc: Möhrchenmangomilch macht müüüüde.

Mala: Meinerseits mit.

Marc und Mala: Mhmhm…

Mia: Mist, muss mal meditieren.

Ende

Mehr als nur ein Ausstellungsbesuch…

Die Klasse 8e wandelt durch den „Garten der Avantgarde“ und beweist dabei, dass sich pubertierende Jugendliche auch heutzutage noch mit 100 Jahre alten Bildern beeindrucken lassen.
„Bei der Führung ist man in einen Teil von Kirchhoffs Leben eingetaucht!“ (Hannah A.)
„Die kleinen Einblicke in sein Familienleben waren interessant und man konnte es sich sehr genau vorstellen.“ (Janine R.)
Draußen stürmt und regnet es, während wir im Museum empfangen werden. Die Wände im Eröffnungsraum der Ausstellung sind mit einer Fototapete von Kirchhoffs Garten bekleidet und versetzen uns unvermittelt in Kirchhoffs Leidenschaften: Kunst und Natur! Dieser ließ sich zur Jahreswende 1908/09 in der Kurstadt Wiesbaden nieder, mit dem Wunsch, sich dort seinen Leidenschaften zu widmen. Nachdem der Kunstsammler seine bedeutende Sammlung vor genau 100 Jahren erstmals im Museum Wiesbaden gezeigt hatte, kommen wir heute durch eine Führung in den Genuss, die beeindruckenden Originale namhafter Künstler zu entdecken und zu erforschen. Kandinskys „Im Zentrum“ widmen wir dabei besondere Aufmerksamkeit, da wir uns mit diesem Werk schon im Kunstunterricht befasst hatten, aber
„… die Bilder im Original zu sehen, war beeindruckend. Ich würde gerne wieder ins Museum gehen.“ (Lavinia V.)
„Ich fand es erstaunlich, dass die Bilder vor so langer Zeit gemalt worden sind. Die Bilder inspirieren einen durch ihre Präzision.“ (Paul G.)
Nach der Führung wird es dann richtig spannend, wir werden in Kleingruppen mit kreativen Schreibaufgaben in die Ausstellungsräume losgelassen und können uns ein Bild auswählen, zu dem wir einen kleinen Text verfassen. Diesen tragen wir später vor den Bildern vor und beeindrucken damit unsere Lehrerin Frau Ladebeck, die Museumspädagogin Frau Müller und sogar ältere Ausstellungsbesucher, die unseren Texten aufmerksam lauschen und uns ihre Anerkennung aussprechen.
„Das kreative Schreiben hat mir auch sehr gut gefallen, da man so auf ausgewählte Bilder eingegangen ist und somit auch viel gelernt hat.“ (Linda A.)
„Die Aufgaben, die wir gemacht haben, haben mir viel Spaß gemacht, weil man da erkennen konnte, das jeder wirklich jedes Bild anders sieht und es kein Richtig oder Falsch gibt.“ (Kamila M.)
Am Ende des Vormittags können sich die meisten unserer Klasse dem Fazit einer Mitschülerin anschließen:
„Meiner Meinung nach war der Museumsbesuch unerwartet interessant und aufregend. Alles war schön: die Bilder, die Führung und die Aufgaben.“

Gegen die TFS kommt keiner an

Bei der Preisverleihung der Written Art Foundation am Freitag im Festsaal des Wiesbadener Rathauses haben die Schülerinnen und Schüler unserer Schule am lautesten applaudiert und gejubelt, als die jeweils drei Preisträgerinnen und Preisträger aus den Deutsch-Klassen aufgerufen wurden: Tobias Debler, Yannik Gössl und Nehal Schams aus der der 6b; Viktoria Hug, Annika Krüger-Lorenzen und Lara Stamm aus der 6c.

Von den 50 Gewinnern des Schreibwettbewerbs zum Thema „Da steckt Musik drin“ durften vier Kinder ihre Texte vorlesen. Auch hier: die TFS ist ganz vorn. Tobias Debler aus der 6b war dazu auserkoren, nicht nur vorzulesen, sondern dies auch noch als Erster. In seinem beeindruckenden Text hat er die Musik personifiziert und sie auf eine Reise ins Weltall geschickt, zur Raumstation ISS, weil es dort oben so still ist. Der Festsaal war begeistert.

Beide Schulklassen waren mit ihren Klassenlehrerinnen Anette Harms (6b), Christiane Michlik (6c) und ihrer Deutschlehrerin Lia Venn (6c) angereist. Auch viele Eltern ließen sich die stolzen Stunden im Festsaal nicht entgehen.

Die TFS – eine Gewinner-Schule.

„Durch diese hohle Gasse muss er kommen“ – Die etwas andere Annäherung an „Wilhelm Tell“

Am 04.03.2016 erlebten die Schüler des 8. Jahrgangs der Theodor-Fliedner-Schule das Theaterstück „Wilhelm Tell“, welches von Friedrich Schiller im Jahr 1804 fertiggestellt worden war, im Info der Schule auf eine ganz besondere Art. Der Schauspieler Ekkehart Voigt brachte ihnen die Handlung als Einzelakteur näher und bezog sie auch in die Handlung mit ein.

Der Inhalt des Dramas in Kürze

Die Schüler der 8. Klassen lesen derzeit im Deutschunterricht das Schauspiel „Wilhelm Tell“ des Schriftstellers Friedrich Schiller, der dem legendären Schweizer Nationalhelden und dem Freiheitskampf der Schweizer in seinem Drama ein literarisches Denkmal setzte.

Die Handlung spielt im 14. Jahrhundert in der von den Habsburgern regierten Schweiz rund um den Vierwaldstätter See. Hier tyrannisiert der Reichsvogt Geßler die Schweizer Bevölkerung der Kantone Uri, Unterwalden und Schwyz. Im Mittelpunkt steht die Figur des Wilhelm Tell, der sich gegen den Reichsvogt zur Wehr setzt und dadurch die Ketten der Tyrannei sprengt. Auslöser ist der sogenannte „Apfelschuss“, bei welchem Tell von Geßler gezwungen wird, seinem Sohn mittels einer Armbrust einen Apfel vom Kopf zu schießen. Dieses Aufbegehren des eher unfreiwilligen Helden und der eidgenössische Bund der Schweizer zur Vertreibung der habsburgischen Besatzer führen schließlich zur Befreiung der Schweiz.

Das etwas andere Theaterstück

Innerhalb von 2 Schulstunden konnten die Schüler miterleben, wie die Schweizer ihre Freiheit erlangten. Die Handlung wurde durch Herrn Voigt in einen Rahmen eingebettet, welcher den Schülern einen leichteren Zugang in die Thematik bot. Als reale Figur „kleiner Hans“ erzählte der Schauspieler, wie er von dem Theaterstück und dessen Schriftsteller erfahren und sich die Handlung immer vorgestellt hatte. Die Geschichte des Freiheitskampfes wurde aus der Sicht von Walter Tell erzählt, welcher als Sohn des Freiheitskämpfers an den wichtigsten Stationen mit dabei gewesen war. Auf der Bühne sorgte der Wechsel der Perspektive von Walter Tell und der nachgespielten Szenen aus dem Werk für Lebendigkeit.

Damit das junge Publikum die unterschiedlichen Rollen gut auseinanderhalten konnte, nutzte Herr Voigt die unterschiedlichsten Requisiten, Gesten oder Gesichtsausdrücke. Sie war WilhelmTell stets an seiner Armbrust und der aufrechten Körperhaltung zu erkennen. Als sein Kontrahent Geßler blickte Herr Voigt recht herrisch und mit einer edel wirkenden Kappe bekleidet auf das Publikum herab.

Spannung und Spaß erzeugte bei den Schüler allerdings nicht nur das Theaterspiel, sondern auch die Einbindung des Publikums in die Handlung. Wenn sich die Schüler als Bewohner der drei Kantone durch Klatschen, Rufen oder Aufspringen für „ihren“ Landsmann Tell einsetzten, dann konnte jeder nachvollziehen, wie es war, für Freiheit gemeinsam einzustehen.

Fragerunde nach dem Theaterstück

Im Anschluss an das Theaterstück stellte sich Herr Voigt zuerst den Fragen der Schüler, die vor allem wissen wollten, wie sich eine Person so viel Text merken kann. Doch auch die Achtklässler waren noch einmal gefordert, denn Herr Voigt ließ sie entscheiden, wie sie gehandelt hätten. Würden sie Tell auf Geßler schießen lassen und damit der Tyrannei ein Ende setzen? Oder würde sie den Schuss verhindern und andere Lösungen favorisieren? Die sich daraus anschließende Diskussion war sehr interessant, da es auch unter den Schülern viele verschiedene Ansichten über die Rechtmäßigkeit der Handlungen von Wilhelm Tell gab.

Mit dem Theaterstück haben die Schüler somit einen anderen, interessanten Zugang zum Text erhalten und konnten miterleben, wie spannend klassische Lektüre umgesetzt werden kann. Für den kurzweiligen Vormittag bedanken wir uns recht herzlich bei Herrn Voigt.

(Andrea Franze)

„Einblicke in ein tolles Buch“ – Autorin Dr. Marina Neubert liest an der TFS

Im Rahmen der diesjährigen Veranstaltungsreihe “Tarbut – Zeit für jüdische Kultur” las die Autorin Dr. Marina Neubert am 26.02.2016 aus ihrem Roman “Bella und das Mädchen aus dem Schtetl” für die Jahrgangsstufe 5.

Einblicke in ein tolles Buch
von Emily Wlochowitz (Klasse 5c)
Heute hatten die fünften Klassen der Theodor-Fliedner-Schule das Glück, die Autorin Marina Neubert mit ihrem Buch „Bella und das Mädchen aus dem Schtetl“ in der Schule begrüßen zu dürfen. In dem Buch geht es um ein Mädchen namens Bella.

Eines Tages wachte Bella sehr früh auf, dieser Tag war aber auch ein besonderer Tag, denn es war Bellas zehnter Geburtstag. Als sie aus ihrem Zimmer kam und den Flur hinunter ging, war ihre Großmutter schon in der Küche. Auf einmal sprach eine leise Stimme hinter ihr, das war Klara, ein Mädchen aus dem Jahr 1938. Klara war Bellas Großmutter in jungen Jahren, was Bella erst nicht verstand. Zusammen reisten sie in die Vergangenheit, um ein geraubtes Familienerbstück, eine Krone, zurückzuholen. Dafür mussten sie aber einen Kampf gewinnen!
Im Anschluss stellten die Kinder Fragen:

foto 1 lesung
Foto: Copyright  Jüdische Gemeinde Wiesbaden

Schüler: „Wo kommen Sie her?“
Marina Neubert: „Aus Moskau.“
Schülerin: „Wie viel Seiten hat das Buch?
Marina Neubert: „110“.
Das kann man gut schaffen .

Einblicke in ein tolles Buch
von Emily Wlochowitz (Klasse 5c)
Heute hatten die fünften Klassen der Theodor-Fliedner-Schule das Glück, die Autorin Marina Neubert mit ihrem Buch „Bella und das Mädchen aus dem Schtetl“ in der Schule begrüßen zu dürfen. In dem Buch geht es um ein Mädchen namens Bella.

Eines Tages wachte Bella sehr früh auf, dieser Tag war aber auch ein besonderer Tag, denn es war Bellas zehnter Geburtstag. Als sie aus ihrem Zimmer kam und den Flur hinunter ging, war ihre Großmutter schon in der Küche. Auf einmal sprach eine leise Stimme hinter ihr, das war Klara, ein Mädchen aus dem Jahr 1938. Klara war Bellas Großmutter in jungen Jahren, was Bella erst nicht verstand. Zusammen reisten sie in die Vergangenheit, um ein geraubtes Familienerbstück, eine Krone, zurückzuholen. Dafür mussten sie aber einen Kampf gewinnen!
Im Anschluss stellten die Kinder Fragen:
Schüler: „Wo kommen Sie her?“
Marina Neubert: „Aus Moskau.“
Schülerin: „Wie viel Seiten hat das Buch?
Marina Neubert: „110“.
Das kann man gut schaffen.

foto2 lesung
Foto: Copyright Jüdische Gemeinde Wiesbaden

Autorenlesung
von Leonard Förster (Klasse 5c)
Bei uns in der Theodor-Fliedner-Schule ist die Autorin Marina Neubert zu Gast gewesen. Sie hat uns aus ihrem Kinderbuch „Bella und das Mädchen aus dem Schtetl“ vorgelesen.
In dem Buch geht es um ein Mädchen namens Bella, das an ihrem zehnten Geburtstag unerwarteten Besuch bekommt, und zwar von ihrer Oma. Die Oma ist mit einem Zeitsprung aus der Vergangenheit in die Gegenwart gekommen und ist auch zehn Jahre alt. Zeitgleich backt die „echte“ Oma Schokoladenhörnchen, nämlich Rugelach. Die Oma bittet Bella, ihr zu helfen, ein altes Familienerbstück, welches von zwei Brüdern gestohlen wurde, wieder zurückzuholen.
Ich wünsche viel Spaß beim Lesen der spannenden Geschichte.

Die Lesung
von Lea Knechtel (Klasse 5c)
Gerade hat uns die Autorin Marina Neubert aus dem Buch „Bella und das Mädchen aus dem Schtetl“ vorgelesen. Die TFS hatte das große Glück, dieses Buch als erste zu hören, noch vor den Zuhörern in der Villa Clementine zwei Tage später.

An Bellas zehntem Geburtstag steht ein fremdes Mädchen in ihrem Zimmer. Das Mädchen kommt aus einer anderen Zeit. Sie heißt Klara und ist, wie sie sagt, Bellas Großmutter als Kind. Bella ist verwirrt und hat Angst, dass ihre Mutter oder sogar ihre Großmutter Klara hören könnten. Aber Klara beruhigt sie und erklärt ihr, weshalb die Großmutter und Bellas Mutter sie nicht hören können…
Bella muss Klara helfen, ein geraubtes Familienerbstück zurückzubringen. Dazu reisen die beiden Mädchen in die Vergangenheit.
Im Anschluss haben die Kinder Fragen gestellt, zum Beispiel, wann das Buch entstanden sei, „vor drei Jahren“, wie viele Bücher Marina Neubert schon geschrieben habe, „das ist mein fünftes Buch“, wie sie darauf gekommen sei, Autorin zu werden, „ich habe mir gerne Geschichten ausgedacht, mein erstes Buch habe ich mit 16 Jahren veröffentlicht“ und ob es eine Fortsetzung gebe, „ja, ich bin gerade auf Seite 50“.
Ich persönlich finde, das Buch klingt spannend und geheimnisvoll. Mir hat die Lesung sehr gut gefallen und sie hat mich neugierig gemacht. Deshalb werde ich mir das Buch bestimmt kaufen!

Unser Nibelungenausflug – Ein Tag in Worms

Siegfried, der furchtlose Drachentöter.
Siegfried, der kühne Recke.

Am 06. Juni 2014 unternahmen die Klassen 6a und 7c einen Tagesausflug nach Worms und tauchten in die Welt der germanischen Siegfried-Sage aus dem 5. Jahrhundert ein.

Siegfried-Sage in Worms

Kaum hatte die Klasse 6a die Welt der griechischen Sagen mit Theseus, Ariadne und dem Minotauren verlassen, bot sich die Möglichkeit, die Schüler und Schülerinnen mit der Siegfried-Sage in Worms bekannt zu machen. In der höheren Jahrgangsstufe fand sich glücklicherweise eine nibelungenbegeisterte Kollegin, sodass das Projekt mit dem Besuch des Nibelungenmuseums und dem Erleben eines Theaterbesuchs starten konnte.

Mit Audioguide durch das Nibelungenmuseum

Den Nibelungen ganz nah.
Den Nibelungen ganz nah.

Nach einer Zugfahrt am frühen Morgen erwartete uns in Worms ein frühlingshaftes Wetter. Im Museum, das in den Stadtmauern eingebaut ist, erhielten die Schüler und Schülerinnen einen Audio-Guide und gingen in Gruppen eingeteilt die Turmtreppen hoch, wobei sie unterwegs die Texte zu den verschiedenen Stationen der Sage von Siegfried, dem Nibelungenhelden, hören konnten.

Von küener recken strîten

Als hätten sie „selbst in der Geschichte gestanden und alles miterlebt“ (Elisabeth Ohlberger, 7c), erfuhren sie alles über die verschiedenen Etappen der Sage. So wie im Prolog angekündigt, geschieht darin viel Wunderbares: die Begegnung mit einem ruhmreichen Helden, ein harter Streit, glückliche Tage und Feste, Schmerz und Kämpfe:

Uns ist in alten mæren     wunders vil geseit

von helden lobebæren,     von grôzer arebeit,

von fröiden hôchgezîten,     von weinen und von klagen, 

von küener recken strîten     muget ir nu wunder hœren sagen.

(1. Strophe / Teil 1 des Nibelungenliedes)

Schwere Zeiten für Drachen.
Schwere Zeiten für Drachen.

Die Sage in Kürze

Die ganze Sage kann leider nicht im Mittelhochdeutsch wiedergegeben werden, deshalb bietet sich hier eine Zusammenfassung des ersten Teils der Nibelungen im modernen Deutsch an: Siegfried von Xanten ermordet den Drachen und wird nach dem Bad in dessen Blut unbesiegbar – außer an der kleinen Stelle zwischen seinen Schulterblättern, worauf ein Lindenblatt gefallen war. Er versenkt den Schatz, den ihm der Zwerg Alberich, Hüter des Nibelungenhortes, überreicht, heiratet die schöne Kriemhild aus Burgund, gewinnt für seinen Schwager Gunther dank der Tarnkappe den Kampf gegen die schöne Brünhild aus Island, wird nach der Doppelhochzeit verraten und von Gunthers Onkel Hagen ermordet.

Lebendiges Theater 

Ekkehart Voigt führt unsere Schülerinnen und Schüler in eine mystische Zeit.
Ekkehart Voigt führt unsere Schülerinnen und Schüler in eine mystische Zeit.

Im Museumsgebäude erwartete uns der zweite Teil des Tagesausflugs: das Theaterstück „Die Nibelungen – Eine Schatzsuche“, eine Produktion des „Theaters Als Ob“ in der Regie von Astrid Lämmlein. Zur Überraschung der Schülerinnen und Schüler, die eine menschenreiche Inszenierung erwartet hatten, spielte von Anfang an als einziger Schauspieler Ekkehart Voigt, der sich zuerst als reale Figur mit einem fingierten Freund Volker aus der Gegenwart, dessen Rolle er ebenfalls spielte, unterhielt. So erfuhr das junge Publikum dank dieser Rahmenerzählung, wie der Schauspieler in Wirklichkeit zu den Nibelungen gekommen war. Auf der Bühne sorgte der ständige Wechsel von der Gegenwart in die Vergangenheit und umgekehrt für Lebendigkeit, sodass die Schüler, weil sie auch immer wieder in das Spiel eingebunden wurden, gespannt blieben.

Viele Nibelungenfiguren und ein mitreißender Darsteller

Um in die Rollen der fünf Nibelungenfiguren – Siegfried, Kriemhild, Gunther, Brünhild und Hagen – reinzuschlüpfen, bediente sich Ekkehart Voigt einer typischen und daher leicht erkennbaren Gestik und Mimik für jede einzelne Figur, während ein paar Requisiten – das Schwert, die Tarnpappe und die Schatztruhe – zur weiteren Charakterisierung der Figuren beitrugen. So konnten wir nicht nur den lebensmutigen Siegfried, den verliebten, aber ängstlichen Gunther, die kampfeslustige Brünhild und den grimmigen Hagen sofort erkennen, sondern auch die einfallsreiche Inszenierung sowie das schauspielerische, pädagogische Können Ekkerhart Voigts genießen, der die Schüler immer wieder ansprach und sie an dem Bühnengeschehen teilnehmen ließ.

Fragerunde nach dem Theaterstück

Nach dem Theaterstück konnten sich schließlich die Schüler und Schülerinnen mit ihm unterhalten, zum Inhalt der Sage und zur Entstehung des von ihm geschriebenen Textes Fragen stellen. So lehrreich, lebendig und nah hätten alle wohl nicht gedacht, die Nibelungensage zu erleben!

Vielen Dank für den wunderschönen Tag

Wir bedanken uns bei Frau Koevel und Herrn Berger, die uns freundlicherweise begleitet haben, und bei allen Schülern und Schülerinnen für den wunderschönen Tag, den wir zusammen in der Nibelungenstadt Worms verbracht haben.

(Frau Attali-Staaden, Frau Utecht)