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Ab in die Wildalpen: Abschlussfahrt des WU Kanu

Unsere diesjährige Abschlussfahrt fasst all das zusammen, was wir in den letzten zwei Jahren im WU Kanu bei Herrn Stelzer geleistet haben. Viel Spaß mit unseren Videoclips:

„Fit und Gesund“ in den Alpen

Dass die Umsetzung des „Fit & Gesund“-Konzepts mit u.a. dem Schwerpunkt des „bewegten Unterrichts“ einmal derart angewandt erfolgen würde, damit hatte im Jahre 2006, als sich die Theodor-Fliedner-Schule in Wiesbaden-Bierstadt für die Verfolgung dieses Konzepts entschieden hatte, sicherlich noch niemand gerechnet.

Komplexes Unterrichtsangebot

Auch der Lehrer Volker Stelzer, Kursleiter und Initiator des nun schon zum siebten Mal durchgeführten Wahl-Unterrichts „KANU-OUTDOOR“, ist erstaunt und zugleich begeistert, mit welch hohem Engagement sich die Schülerinnen und Schüler hier mittlerweile einbringen. Dank eigener Fortbildungen und einer durchdachten Stundenplan-Gestaltung der Schule, konnten die Inhalte dieses ungewöhnlichen Unterrichtsangebots, welche allesamt durch Volker Stelzer angeleitet werden, zudem immer komplexer werden.

Kenntnisse und Fähigkeiten anwenden und erweitern

Mit 17 Jugendlichen der neunten Gymnasialklassen ging es ab dem 14. Juni 2014 für eine Woche in den kleinen Ort Wildalpen in der österreichischen Steiermark. Inmitten der Natur kamen hier nicht nur sämtliche der während des Schuljahres erlernten Kenntnisse und Fähigkeiten zur Anwendung, sie wurden sogar noch erweitert:

Training in Wiesbaden

Aus der Einführung in das Kajakfahren im Schiersteiner Hafenbecken wurden tägliche Wildwasser-Kajakfahrten auf der Steirischen Salza; aus dem Schwimmtraining mit Schwerpunkt des Retten und Bergens im Freizeitbad Mainzer Straße wurden „echte“ Rettungsaktionen mit Sicherheitsausrüstung in den Strömungen, Wellen und Wasserwirbeln des kalten Alpenflusses; aus dem Bierstadter Orientierungslauf mit Karte und Kompass wurden lange Gebirgstouren, Routenerkundungen und Höhlenwanderungen; aus der – in diesem Jahr erstmalig angebotenen – Einführung in das Sportklettern in der Wiesbadener Kletterhalle wurden Kletter- und Sicherungseinheiten am Naturfelsen. Unterrichtsinhalte der Biologie und Geographie konnten „hautnah“ entdeckt und erlebt werden, imposante Einblicke in die Geologie gab es während der Höhlenerkundung mit Stirnlampe und Seil. Die Unterbringung der Gruppe war ebenso naturverbunden: als Selbstversorger in Zelten sowie im Bettenlager einer großen, zum Versammlungs- und Küchenraum umgebauten Scheune direkt am Wildfluss Steirische Salza. So manch eine/r erlebte im Verlauf dieser Woche Dinge und Situationen, die ihr/ihm bis dahin unbekannt waren. Persönliche Grenzen wurden erkannt, erreicht – und überwunden, Euphorie und Anstrengungen im Wechselspiel.

Teamorientierung

Neben der Bewegung im Freien stehen für Herrn Stelzer bei diesem Kursangebot vor allem die sozialen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler im Vordergrund, die bei all diesen Aktivitäten unabdingbar sind. Ohne Eigenschaften wie z.B. Teamfähigkeit und Umsichtigkeit, Anpassungsfähigkeit und Durchhaltevermögen, Kreativität, Engagement und Motivation könnten solche teamorientierten Aktivitäten nicht durchgeführt werden.

Leistungsbereitschaft und Durchhaltewillen

Als besonders bemerkenswert empfand Volker Stelzer in diesem Jahr die enorme Leistungsbereitschaft und den Durchhaltewillen der gesamten Gruppe. Durch diese optimale Mitarbeit konnten die Tage mit einem sehr abwechslungsreichen und umfangreichen Exkursions-Programm gefüllt werden, bis hin zum gemeinsamen Ausklang am abendlichen Lagerfeuer.

Positive Erlebnisse rechtfertigen hohen Organisationsaufwand

Die positiven Erlebnisse sind es, die Volker Stelzer schließlich jedes Jahr wieder aufs Neue überzeugen, den immensen organisatorischen Aufwand für die Durchführung dieses Kurses auf sich zu nehmen. Dazu zählen nicht nur die Kurseinheiten während des Schuljahres an verschiedenen Orten in Wiesbaden, sondern vor allem auch die preiswerte Materialbeschaffung in Kooperation mit der Universität Göttingen (Fahrzeuge, Anhänger, u.a. je ein Wildwasser-Kajak plus der kompletten Schutz- und Sicherheitsausrüstung pro Teilnehmer) und die Rekrutierung kompetenter Übungsleiter für die Kursfahrt. Mit Ingo Krüger, der nun schon zum sechsten Mal mit dabei war, und Tim Schmidt hatte Herr Stelzer in diesem Jahr wieder ein optimales Team zusammengestellt. Perfekt abgerundet wurde die Betreuung der Jugendlichen durch Frau Müller-Ribariç, ebenfalls Lehrerin der Theodor-Fliedner-Schule und auch bereits zum sechsten Mal mit dabei

Englandfahrt der Klassen 8b und d nach Whitstable/Herne Bay im Juli 2014

Tschüss Wiesbaden, hello England!

Sa 29.06. bis Sa 05.07.2014

On early Sunday morning 44 students and three teachers met on the parking place of the Theodor-Fliedner-School for their journey from Wiesbaden to England. After they had put their luggage into the bus, they had said goodbye to their parents and everyone had found the right seat in the bus the exciting journey to the unknown country began.

We proudly present: Our pupils from Theodor-Fliedner-School/Wiesbaden in England

Before the group arrived at Calais in France to take the ferry to Dover late in the afternoon they had passed Belgium and the Netherlands. The passport control at the British border was very thrilling for the students, because no the! most of them were not used to this procedure. The North Sea was very polite to us; therefore the trip through the channel was nice. At half past six in the afternoon we reached our destination: Whitstable.  The host families already waited there for us and so the children were distributed among the families quickly.

In the next few days the group visited many lovely and famous places like Hastings, Rye, Canterbury, Broadstairs and London. They did a nice trip on the river Thames, an exciting workshop at the Globe Theatre and some different guided tours. The students had a wonderful, sunny and hot afternoon at the beach. The most awesome event was eating the oysters at the harbour of Whitstable.

The time flew and the group had to start for home. After a long journey in the bus the students and teachers arrived at Wiesbaden on Saturday morning, tired but happy.

Unser Nibelungenausflug – Ein Tag in Worms

Siegfried, der furchtlose Drachentöter.
Siegfried, der kühne Recke.

Am 06. Juni 2014 unternahmen die Klassen 6a und 7c einen Tagesausflug nach Worms und tauchten in die Welt der germanischen Siegfried-Sage aus dem 5. Jahrhundert ein.

Siegfried-Sage in Worms

Kaum hatte die Klasse 6a die Welt der griechischen Sagen mit Theseus, Ariadne und dem Minotauren verlassen, bot sich die Möglichkeit, die Schüler und Schülerinnen mit der Siegfried-Sage in Worms bekannt zu machen. In der höheren Jahrgangsstufe fand sich glücklicherweise eine nibelungenbegeisterte Kollegin, sodass das Projekt mit dem Besuch des Nibelungenmuseums und dem Erleben eines Theaterbesuchs starten konnte.

Mit Audioguide durch das Nibelungenmuseum

Den Nibelungen ganz nah.
Den Nibelungen ganz nah.

Nach einer Zugfahrt am frühen Morgen erwartete uns in Worms ein frühlingshaftes Wetter. Im Museum, das in den Stadtmauern eingebaut ist, erhielten die Schüler und Schülerinnen einen Audio-Guide und gingen in Gruppen eingeteilt die Turmtreppen hoch, wobei sie unterwegs die Texte zu den verschiedenen Stationen der Sage von Siegfried, dem Nibelungenhelden, hören konnten.

Von küener recken strîten

Als hätten sie „selbst in der Geschichte gestanden und alles miterlebt“ (Elisabeth Ohlberger, 7c), erfuhren sie alles über die verschiedenen Etappen der Sage. So wie im Prolog angekündigt, geschieht darin viel Wunderbares: die Begegnung mit einem ruhmreichen Helden, ein harter Streit, glückliche Tage und Feste, Schmerz und Kämpfe:

Uns ist in alten mæren     wunders vil geseit

von helden lobebæren,     von grôzer arebeit,

von fröiden hôchgezîten,     von weinen und von klagen, 

von küener recken strîten     muget ir nu wunder hœren sagen.

(1. Strophe / Teil 1 des Nibelungenliedes)

Schwere Zeiten für Drachen.
Schwere Zeiten für Drachen.

Die Sage in Kürze

Die ganze Sage kann leider nicht im Mittelhochdeutsch wiedergegeben werden, deshalb bietet sich hier eine Zusammenfassung des ersten Teils der Nibelungen im modernen Deutsch an: Siegfried von Xanten ermordet den Drachen und wird nach dem Bad in dessen Blut unbesiegbar – außer an der kleinen Stelle zwischen seinen Schulterblättern, worauf ein Lindenblatt gefallen war. Er versenkt den Schatz, den ihm der Zwerg Alberich, Hüter des Nibelungenhortes, überreicht, heiratet die schöne Kriemhild aus Burgund, gewinnt für seinen Schwager Gunther dank der Tarnkappe den Kampf gegen die schöne Brünhild aus Island, wird nach der Doppelhochzeit verraten und von Gunthers Onkel Hagen ermordet.

Lebendiges Theater 

Ekkehart Voigt führt unsere Schülerinnen und Schüler in eine mystische Zeit.
Ekkehart Voigt führt unsere Schülerinnen und Schüler in eine mystische Zeit.

Im Museumsgebäude erwartete uns der zweite Teil des Tagesausflugs: das Theaterstück „Die Nibelungen – Eine Schatzsuche“, eine Produktion des „Theaters Als Ob“ in der Regie von Astrid Lämmlein. Zur Überraschung der Schülerinnen und Schüler, die eine menschenreiche Inszenierung erwartet hatten, spielte von Anfang an als einziger Schauspieler Ekkehart Voigt, der sich zuerst als reale Figur mit einem fingierten Freund Volker aus der Gegenwart, dessen Rolle er ebenfalls spielte, unterhielt. So erfuhr das junge Publikum dank dieser Rahmenerzählung, wie der Schauspieler in Wirklichkeit zu den Nibelungen gekommen war. Auf der Bühne sorgte der ständige Wechsel von der Gegenwart in die Vergangenheit und umgekehrt für Lebendigkeit, sodass die Schüler, weil sie auch immer wieder in das Spiel eingebunden wurden, gespannt blieben.

Viele Nibelungenfiguren und ein mitreißender Darsteller

Um in die Rollen der fünf Nibelungenfiguren – Siegfried, Kriemhild, Gunther, Brünhild und Hagen – reinzuschlüpfen, bediente sich Ekkehart Voigt einer typischen und daher leicht erkennbaren Gestik und Mimik für jede einzelne Figur, während ein paar Requisiten – das Schwert, die Tarnpappe und die Schatztruhe – zur weiteren Charakterisierung der Figuren beitrugen. So konnten wir nicht nur den lebensmutigen Siegfried, den verliebten, aber ängstlichen Gunther, die kampfeslustige Brünhild und den grimmigen Hagen sofort erkennen, sondern auch die einfallsreiche Inszenierung sowie das schauspielerische, pädagogische Können Ekkerhart Voigts genießen, der die Schüler immer wieder ansprach und sie an dem Bühnengeschehen teilnehmen ließ.

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Fragerunde nach dem Theaterstück

Nach dem Theaterstück konnten sich schließlich die Schüler und Schülerinnen mit ihm unterhalten, zum Inhalt der Sage und zur Entstehung des von ihm geschriebenen Textes Fragen stellen. So lehrreich, lebendig und nah hätten alle wohl nicht gedacht, die Nibelungensage zu erleben!

Vielen Dank für den wunderschönen Tag

Wir bedanken uns bei Frau Koevel und Herrn Berger, die uns freundlicherweise begleitet haben, und bei allen Schülern und Schülerinnen für den wunderschönen Tag, den wir zusammen in der Nibelungenstadt Worms verbracht haben.

(Frau Attali-Staaden, Frau Utecht)

Schüleraustausch mit Terrasson 2014

Les élèves allemands du lycée Theodor Fliedner.
Les élèves allemands du lycée Theodor Fliedner.

Schüleraustausch des Theodor-Fliedner-Gymnasiums nach Terrasson (Frankreich) vom 10. bis 17. Mai 2014

Tous les hommes deviennent frères quand la joie unit les coeurs … (Beethoven)*

Samstagmorgen in Bierstadt, es ist noch nicht einmal 6 Uhr früh, alles schläft, doch da ist aus vielen Richtungen ein Kofferrollen zu vernehmen: 24 Schülerinnen und Schüler des Theodor-Fliedner-Gymnasiums und zwei Französischlehrerinnen brechen auf nach Frankreich mit dem Ziel Terrasson im Département Dordogne.

Destination Collège Jules Ferry

13 Stunden und 45 Minuten später warten 25 französische Schülerinnen und Schüler mit ihren Familien vor dem Collège Jules Ferry auf ihre deutschen corres, die sie bereits im Dezember vergangenen Jahres in Bierstadt kennengelernt haben.

La Dordogne
La Dordogne

Vor allen liegen 7 gemeinsame Tage angefüllt mit vielen deutsch-französischen Erlebnissen:

  • einem petit déjeuner en famille (Welches meistens gering und schnell ausfällt.),
  • einem Moment de bienvenue im Rathaus samt Keksen und Cola,
  • einiger Unterrichtsstunden auf Französisch ohne jede Schwätzerei (Ja, das sind die Franzosen echt streng!),
  • dem Mittagessen à la cantine von poulet et riz bis boeuf et courgettes (Hier geht’s eher locker zu!),
  • einem Ausflug im Regen zum jardin de l`imaginaire (Oh, was hat die Dame so viel erzählt von classisisme und romantisme und alles auf Französisch!), 
  • einem prähistorischen Exkurs in die Grotte St. Christophe (Kaum zu glauben, wie die Menschen seit 55 000 Jahren ihre zahlreichen Spuren hinterlassen haben!), 
  • einem Besuch des schönen Städtchens Sarlat mit Stadtquiz (Vous vous souvenez du nom de la statue en bronze assise sur le mur?) und
  • einer Preisverleihung durch die nette Deutschlehrerin des Collège,
  • einem piquenique unter heftigen Regenschauern -aber mit Regenschirm und dem besten Käse überhaupt!-,
  • einer Journée de l`Europe inklusive der Teilnahme am deutsch-französischen Schülerchor unter Darbietung der Ode an die Freudeund dem Flug echter Tauben,

    La Journée de l`Europe
    La Journée de l`Europe
  • einer Visite guidée durch Terrasson mit Blick von oben auf den vieux pont und Blick von unten in die unterirdischen Stadthöhlen,
  • einem Besuch des Cap Blanc, bei dem es nicht nur Spinnen (!), sondern auch ein Skelett und Höhlenpferde zu sehen gab,
  • und vielen weiteren Erinnerungen…

Samstagmorgen in Terrasson, es ist noch nicht einmal 7 Uhr früh, alles schläft (manche sogar länger…!), das Rollen der Koffer ist wieder zu hören, da sagen 49 Schülerinnen und Schüler Au revoir …. , à la prochaine en Périgord und Auf Wiedersehen…., vielleicht bis bald in Bierstadt!

Englischer Vorlesewettbewerb der 7. Klassen

Nach dem Erfolg des englischen Vorlesewettbewerbs, der im letzten Jahr erstmalig von Herrn Kohler initiiert wurde, war klar, dass es im Jahr 2014 eine Fortsetzung geben muss. Die Planung, Organisation und Umsetzung übernahm wiederum Herr Kohler.

Lust am Lesen 

Mit viel Freude und Engagement wurden die ausnahmslos auf Englisch verfassten Bücher ausgesucht und gelesen. Aufgabe der Schülerinnen und Schüler war es, den Inhalt kurz vorzustellen und eine besonders interessante oder spannende Stelle vorzulesen. Ziel hierbei sollte auch sein, die Lust am Lesen englischsprachiger Bücher zu wecken.

Begrüßung der Finalistinnen in der Bücherei

Am 7. Mai 2014 fand die Endausscheidung statt. Die Finalistinnen wurden in diesem Jahr erstmalig in der Bücherei begrüßt, auch dank der Unterstützung der Bibliothekarin Frau Huber. Die Texte wurden hervorragend vorgelesen und die Schülerinnen warteten im Anschluss gespannt auf das Verkünden der Entscheidung.

Hochwertiger Unterricht als Voraussetzung

Frau Petersen betonte in ihrer Abschlussrede vor den Schülerinnen, dem Lehrerkomitee und den geladenen Gästen zum einen die herausragenden Leistungen der Schülerinnen und zum anderen die hohe Qualität des Englischunterrichts, denn dieser qualitativ hochwertige Unterricht sei die Voraussetzung für die Gestaltung eines solchen Wettbewerbs.

Die Siegerinnen

Die 3 Schülerinnen haben alle annähernd gleich gute Leistungen erbracht: Melissa Hörler (7a) belegte den ersten Platz und Hannah Jänchen (7c) und Aylin Akin (7d) den zweiten.

Ein Hoch auf unsere Schülerinnen!

(Herr Kohler)

En route pour Montmartre!

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Im Rahmen des Französischunterrichts  besuchte die Lerngruppe 9bd am 11. April 2014 die Ausstellung “Esprit Montmartre. Die Bohème in Paris um 1900” in der Frankfurter SCHIRN-Kunsthalle.

"Le Chat Noir" war von 1881 bis 1897 ein beliebtes Pariser Kabarett in Montmartre, das von Rodolphe Salis gegründet wurde.
„Le Chat Noir“ war von 1881 bis 1897 ein beliebtes Pariser Kabarett in Montmartre, das von Rodolphe Salis gegründet wurde.

Paris sera toujours Paris

Im Laufe der letzten Lernjahre lernte die Gruppe verschiedene Pariser Viertel kennen: Zuerst entdeckten die Schüler und Schülerinnen das Bastille-Viertel mit der neuen Oper (Découvertes 1), dann erweiterten sie ihren Einblick mit Referaten zu weiteren Pariser Sehenswürdigkeiten wie la tour Eiffel, l’Avenue des Champs Élysées et l’Arc de Triomphe, Montmartre et le Sacré Cœur, le Quartier Latin et la Sorbonne etc… (Découvertes 2). Nun bot ihnen die Ausstellung “Esprit Montmartre. Die Bohème in Paris um 1900 die Möglichkeit, durch die Malerei der Moderne ihre Kenntnisse über Paris weiter zu vertiefen. Selbstverständlich konnte ich mir als gebürtige Pariserin diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und schlug meiner Lerngruppe vor, sich der Thematik mit Hilfe von Referaten anzunähern.

Ramon Casas: El Bohemio (Le bohémien), 1891. Das Portrait zeigt Eric Satie (1866-1925), dem berühmten Komponisten der französischen Avantgarde, vor der Kulisse Montmartres.
Ramon Casas: El Bohemio (Le bohémien), 1891. Das Portrait zeigt Eric Satie (1866-1925), dem berühmten Komponisten der französischen Avantgarde, vor der Kulisse Montmartres.

Montmartre et ses bohémiens

Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs galt Paris als die Metropole der Belle Époque. Das 18. Arrondissement von Paris entwickelte sich hingegen zu einem Künstler-Viertel, das eine Gegenwelt zum mondänen Metropolenleben darstellte. So konnte der Montmartre-Hügel am Stadtrand eine große Anziehungskraft für zahlreiche Künstler ausüben, die sich vom Bürgertum abgrenzten und ein ärmliches Leben als Bohémiens wählten.

Toulouse Lautrec: Jane Avril (1892)
Toulouse Lautrec: Jane Avril (1892). Sie gilt als eine der großen Cancan-Tänzerinnen ihrer Epoche.

Einblicke in ein facettenreiches Arrondissement

Dank des Besuchs der Ausstellung konnten die Schülerinnen und Schüler der 9bd historische Fotographien von der zum Teil noch ländlichen Butte Montmartre, zahlreiche, beeindruckende Plakate und Grafiken von Henri de Toulouse-Lautrec sowie Gemälde von Pablo Picasso (Blaue Periode), Pierre Bonnard, Ramon Casas, Vincent van Gogh, Kees van Dongen, Edgar Degas und Suzanne Valadon bewundern, die sonst in Paris, London, Amsterdam und New York zu sehen sind. Somit verstanden sie die andere Seite der Belle Époque, nämlich den Cancan der frivolen Moulin Rouge-Tänzerinnen, Kaffeehausszenen mit Künstlern, die dem Alkohol – dem Absinth, auch „grüne Fee“ genannt – verfallen sind, sowie Szenen aus dem Alltagsleben von Prostituierten und Momentaufnahmen aus der Zirkuswelt.

Ich möchte mich bei den Schülern und Schülerinnen der 9bd sowohl für ihr großes Interesse und als auch für die hohe Qualität der Referate herzlich bedanken.

 Fr. Attali-Staaden